Schuttertal Die Lockdown-Einbußen sind gering

Autofahrern die aus Lahr kommen, weist ein Schild den Weg nach Seelbach und Schuttertal. Touristen können im Lockdown aber derzeit nicht übernachten. Foto: Kiryakova

Schuttertal/Seelbach - Keine Übernachtungen, keine Gastro-Besucher vor Ort: Die Corona-Pandemie hat auch den Tourismus im Tal getroffen. Doch die Gemeindekassen von Schuttertal und Seelbach sind finanziell davon nur wenig betroffen.

Kurtaxe von Übernachtungsgästen fehlt 

Durch den aktuellen Lockdown fehlt es den Gemeinden Schuttertal und Seelbach an Kurtaxe, da keine Übernachtungsgäste kommen können. Zudem sind die Gewerbesteuer-Erträge geringer, da Beherbergungs– und Gastronomiebetriebe weniger Geld umsetzen.

"Das sind aber noch keine kriegsentscheidenden Beträge, die uns fehlen", sagt Schuttertals Bürgermeister Matthias Litterst auf Nachfrage der Lahrer Zeitung. Eine komplette Übersicht zu den finanziellen Auswirkungen auf die Gemeinde werde allerdings erst am Ende des Jahres erhoben.

Ein Drittel weniger Gäste als sonst 

Dann, so Litterst, ließe sich besser nachvollziehen, wie der Lockdown zu Buche schlägt. "Im Frühjahr, zum ersten Lockdown, haben uns viele Übernachtungen gefehlt. Das konnten wir durch einen Sommer mit vielen Buchungen aber wieder ausgleichen. Vor dem zweiten Lockdown im November hatten wir ungefähr ein Drittel weniger Übernachtungsgäste als sonst", so Litterst.

Wirklich existenziell betroffen seien die privaten Vermieter und Ferienwohnungs-Betreiber. "Einige kamen auch schon auf uns als Gemeinde zu und haben sich erkundigt, wie sie Hilfen beantragen können", sagt Schuttertals Bürgermeister, der, so sein persönlicher Eindruck, langsam einen positiven Effekt durch den Lockdown auf das Infektionsgeschehen wahrnimmt. "Ich meine zu erkennen, dass es in die richtige Richtung geht".

Ein paar Ausfälle verbleiben bei der Gemeinde 

Die Gemeindeverwaltung Seelbach betont die "Ersatzleistungen" des Landes, die für die finanziellen Ausfälle im Luftkurort gezahlt werden. "Naturgemäß können diese nicht 100 Prozent der Ausfälle abdecken. Es werden also Ausfälle bei der Gemeinde verbleiben.

Insgesamt muss man jedoch sehen, dass das Land das ihm Mögliche tut. Genug wird es nie sein können, wenn man alle Schäden abwenden wollte. Im Rahmen des Möglichen ist es jedoch das, was getan werden kann", sagt die Gemeinde auf Nachfrage der Lahrer Zeitung.

Campingplatz Schwarzwälder Hof besonders betroffen 

Allen voran der Campingplatz Schwarzwälder Hof als größter Vermieter im Ort sei vom Lockdown finanziell am stärksten betroffen. Geplante Investitionen würden vonseiten der Gemeinde in Seelbach aufgrund der geringeren Einnahmen aus Kurtaxe und Gewerbesteuer noch nicht zurückgestellt werden. Ob Gelder, die aufgrund der Pandemie fehlen, an anderer Stelle, beispielsweise durch eine Erhöhung der Gewerbesteuer, wieder eingenommen werden müssen, könnten erst die anstehenden Haushaltsberatungen in Seelbach zeigen.

Bis zum 30. November gilt bundesweit der sogenannte "Lockdown light". Geschäfte dürfen zwar, anders als beim Lockdown im Frühjahr, geöffnet bleiben, jedoch sind keine touristischen Übernachtungen oder Essen in einer Gastronomie erlaubt. Bund und Länder wollen am 25. November entscheiden, ob diese Corona-Einschränkungen auch im Dezember weiter gelten.

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