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Schuttertal Mit viel Rückhalt bis ins Ziel

Marco Göppert (Mitte im Vordergrund) freut sich über seine gute Leistung und über den großen Rückhalt bei der Vorbereitung und während des Laufs. Foto: Schwab

Der Kinzigtallauf in Haslach hat am vergangenen Samstag wieder viele Läufer ins Kinzigtal gelockt. Mit dabei war auch Marco Göppert aus Schweighausen, der trotz seiner Behinderung eine tolle Leistung ablieferte.

 

Schweighausen/Haslach. Der Lauf wird vom örtlichen Sportverein veranstaltet und schon seit Jahren von der Lebenshilfe und dem Club 82 aus Haslach mit einem eigenen Info- und Verpflegungsstand unterstützt. Das Motto der Lebenshilfe lautet "Engagement macht stark". Sich gemeinsam einsetzen für Menschen mit einer Behinderung sei eine gute Sache, wie von den Läufern zu erfahren war.

Mitten unter ihnen war auch Göppert. Der 38-Jährige mit Downsyndrom lebt in der Einrichtung der Lebenshilfe und er fühle sich sehr wohl, erzählte er im Gespräch. So sei seit vier Jahren der Kinzigtallauf ein Höhepunkt für ihn. Da ist es für ihn doch klar, hier mitzulaufen. Und hierbei erhält er viel Unterstützung aus seinem Heimatdorf.

"Natürlich bin ich etwas aufgeregt vor dem Lauf", so Göppert, "aber ich freue mich darauf", zeigte er sich zuversichtlich und mit einem Strahlen im Gesicht. Besonders freue es ihn, dass so viele aus Schweighausen, aus Dörlinbach und einige aus Schuttertal gekommen waren, um ihn zu unterstützen. Für ihn seien all diese Menschen aus seiner Heimat so etwas wie seine eigene Fangruppe, erzählte Göppert. An die zwanzig Läufer haben am Staffellauf von drei Mal über 2,8 Kilometer mitgemacht.

Zuhause mit Familie und Freunden trainiert

Wie hat er sich vorbereitet? "Meine Eltern, Geschwister, ein Betreuer und Freunde aus Schweighausen sind einige Male nach Haslach gekommen, um mit mir zu trainieren", erzählte er mit sichtlichem Stolz in seiner Stimme. Aber auch zu Hause, in Schweighausen, habe man oft zusammen trainiert.

Dann endlich fällt der Startschuss und Marco wird von seinem Vater Günther Göppert begleitet. Unter den Anfeuerungsrufen und viel Applaus der zahlreichen Zuschauer geht es auf die Strecke. Mit einer tollen Zeit von unter 20 Minuten trifft das Duo am Ziel ein und übergibt den Stab an den weiteren Läufer Josef Singler. "Ich habe es geschafft", so der Jubelschrei und er reißt die Arme in die Höhe, sichtlich stolz über seinen Lauf und das Schulterklopfen seiner Mitstreiter.

Dabei sein, die tolle Atmosphäre zu spüren, die Gemeinschaft, das war es, was die Teilnahme der Mitwirkenden ausmache. "Da spielt das Alter kaum eine Rolle. Ob die jüngeren Mitläufer mit 19 Jahren oder die schon etwas älteren mit 60 Jahren, jeder gibt sein Bestes", waren sich die Mutter Edeltraud Göppert und Dagmar Winterer aus Schweighausen einig.

Auch Markus Moser vom SG Schweighausen war mit vier Fußballkameraden dabei. "Für diesen guten Zweck sind wir hier", betonte Moser, "denn Marco ist ein Sportfan und immer auf dem Fußballplatz, wenn wir spielen." Mit dabei waren auch Marion Reith, Josef Singler und Mario Lauer aus Dörlinbach. Auch sie unterstützen neben der Familie diese Veranstaltung mit ihren Läufen, denn so die Drei: "Es ist einfach eine gute Sache".

INFO

Lebenshilfe

Bei der Lebenshilfe im Kinzig- und Elztal finden Menschen mit Behinderungen Arbeits-, Betreuungs- und Wohnmöglichkeiten. Der Verein berät und unterstützt Angehörige. Er setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen in das gesellschaftliche Leben der Gemeinden im Kinzig- und Elztal einbezogen werden. Weitere Infos zur Lebenshilfe unter www.lebenshilfe-kinzig-elztal.de

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