Schuttertal Landratsamt: Bürgerwindpark nicht zu laut

Seit Inbetriebnahme der Windräder 2016 kommt es immer wieder zu Beschwerden. Archivfoto: Braun Foto: Lahrer Zeitung

Offenburg/Schutteral (red/db). Mal wieder Neuigkeiten im Ärger um die Windräder in der südlichen Ortenau: Das Verwaltungsgericht Freiburg hat mit Beschluss vom 25. Juli den Antrag von Anwohnern aus dem Regelsbach auf Erlass einer Anordnung zur Stilllegung oder Teilstilllegung des Bürgerwindparks Südliche Ortenau abgelehnt. Dies teilte das Landratsamt am Freitag in einer Pressemitteilung mit.

Damit bestätige das Gericht die Aussage des Landratsamtes, dass die Richtwerte im Regelsbach unter den aktuell laufenden Betriebsbedingungen sicher eingehalten werden. Die Vorwürfe der Bürgerinitiative "Pro Schuttertal" gegen das Landratsamt würden sich somit mit Blick auf den Beschluss des Verwaltungsgerichtes als haltlos erweisen, teilt das Landratsamt weiter mit. "Das Gericht schreibt in seinem Beschluss, dass keine durchgreifenden Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, dass die Ermittlungen der Messdaten und die Messung durch das Ingenieurbüro Kötter als solche fehlerhaft seien", berichtet Julia Morelle, Leiterin des Amts für Gewerbeaufsicht, Immissionsschutz und Abfallrecht beim Landratsamt Ortenaukreis.

Anwohner wollen eine gesetzliche Stilllegung der Windräder erwirken

Weiter führe das Gericht aus, dass Anhaltspunkte für eine fehlende Objektivität oder gar eine daraus folgende Unrichtigkeit des schalltechnischen Berichtes dabei nicht annähernd ersichtlich seien. Wie der Kreis weiter erklärt, behaupte der Verein "Pro Schuttertal" in seiner Presseerklärung vom vergangenen Wochenende, die Immissionen der Windenergieanlagen würden die Richtwerte entgegen der Aussage des Landratsamtes deutlich übersteigen.

Hintergrund für diese Aussage seien die Ergebnisse von Messungen, die von dem Vorsitzenden der Bürgerinitiative selbst durchgeführt wurden. "Diese Messwerte sind aber nicht geeignet, Richtwertüberschreitungen zu belegen. Hierzu bedarf es der Messung durch ein akkreditiertes Messinstitut. Dies führt auch das Verwaltungsgericht Freiburg noch einmal in seinem Beschluss aus", erklärt Morelle. Die Messergebnisse, die "Pro Schuttertal" übermittelt hatte, würden auch keine Vermutungswirkung entfalten, die das Landratsamt veranlasse, weitere Messungen des aktuell laufenden Nachtbetriebes durch ein anerkanntes Messinstitut anzuordnen. Eine solche Messanordnung wäre auch schon deshalb nicht geboten, weil in Kürze der angekündigte neue Nachtbetrieb aufgenommen werden wird, erklärt der Kreis. In diesem Nachtbetrieb wird vorerst neben dem Volllastbetrieb ausschließlich der derzeit nicht verwendete schallreduzierte Betriebsmodus NRO 103 zum Einsatz kommen. "Die Auswirkungen dieses Betriebsmodus auf die nächstliegende Wohnbebauung sind vollumfänglich vermessen", sagt die Amtsleiterin. Die Behauptung des Vorsitzenden der Bürgerinitiative, dass das neue Betriebskonzept ausschließlich auf einer rechnerischen Prognose beruhe, sei daher falsch.

Der Bürgerwindpark mit insgesamt sieben Windenergieanlagen des Typs GE 2, 75-120 wurde im Juli 2015 genehmigt. Seit Inbetriebnahme im Sommer 2016 kommt es immer wieder zu Beschwerden. Anwohner aus dem Regelsbach versuchen mit dem Ziel der Stilllegung gegen die Anlagen beim Verwaltungsgericht vorzugehen.

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