Schuttertal Kleine Schüler, große Fragen

Die Grundschullehrerin Natalie Born-Noblé (links) im Gespräch mit Gerlinde Krehn, Trainerin der Akademie für Philosophische Bildung und Werte-Dialog Foto: Gfi

Schuttertal (red/web) - Anfang des Schuljahrs startete das Projekt "Modellschule Kinder philosophieren" an den Grundschulen in der Gemeinde Schuttertal. Nach einer ersten Weiterbildung des Kollegiums wurden nun philosophische Gespräche im Unterricht umgesetzt.

Die Lehrkräfte waren laut einer Pressemitteilung überrascht, welche Fragen von den Schülern kamen. Wer bin ich? Wie wäre es, wenn ich ein anderer Mensch wäre? Warum gab es den Urknall? Wie entstand eigentlich Gott? Wann bin ich frei? Fragen über Fragen hatten die Grundschüler, die zum ersten Mal im Unterricht philosophierten.

Beim Philosophieren stehen die Fragen und Gedanken der Kinder im Mittelpunkt, nicht das Wissen der Lehrkraft. Und so folgte den Fragen der Schüler auch ein ernsthafter und munterer Austausch über Meinungen, Ansichten und verschiedene Argumente. Das komme dem Ziel des Projekts laut Mitteilung schon recht nahe: die Etablierung einer offenen, demokratischen Gesprächskultur und ein Unterricht, der das selbstständige Lernen der Schüler in den Fokus stellt. "Wir erhoffen uns", so Susanne Junker, Rektorin der Grundschule, "dass die Kinder sich in ihrer Persönlichkeit weiterentwickeln, soziale und emotionale Kompetenzen gefördert werden und die Klassengemeinschaft gestärkt wird". Hinter dem Projekt stehen die Akademie für Philosophische Bildung und Werte-Dialog in Kooperation mit der Karl-Schlecht-Stiftung, die herausfinden möchten, welchen Einfluss das Philosophieren auf die Lern- und Lehrkultur der Schule hat und wie das Philosophieren als Unterrichtsprinzip etabliert werden kann.

Barbara Bundschuh, Schulrätin am Staatlichen Schulamt Offenburg, begrüßt die Teilnahme der Grundschule an dem Projekt. Denn das Philosophieren in der Grundschule passe sehr gut zum Leitbild in den Einrichtungen der Gemeinde. Auch entstehe eine Freiheit für das eigene Nachdenken, Sprechen und Beurteilen.

Hinter der Modellschule steht die Akademie für Philosophische Bildung und Werte-Dialog der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (Gfi). Diese entwickelt Konzepte für die Verankerung des Philosophierens als Bildungsprinzip in Kindertageseinrichtungen und Schulen. Das Philosophieren wird dabei sowohl als erlernbare Kulturtechnik, als auch als menschliches Grundbedürfnis verstanden: Kinder und Jugendliche werden darin bestärkt, existenzielle und ethische Fragen zu stellen und nach eigenen Antworten zu suchen.

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