Fachkräfte fehlen Kindergarten-Plätze werden teurer

Im Kindergarten St. Angela in Dörlinbach wird die Regelbetreuung auf 29,5 Wochenstunden reduziert. Foto: Archivfoto: Baublies

Schuttertal - Fachkräfte sind rar. Daher ist es schwierig in einer Gemeinde wie Schuttertal, Erzieherinnen zu finden. In der Kita St. Angela in Dörlinbach wird daher die Regelbetreuung reduziert. Der Gemeinderat hat außerdem die Kindergartengebühren erhöht.

Der Gemeinderat Schuttertal hat bei der Sitzung am Dienstag in der Bergdorfhalle in Schweighausen zugestimmt, dass die Regelbetreuung im Kindergarten in Dörlinbach auf 29,5 Wochenstunden reduziert wird. Diese Reduzierung wird vom 1. März im neuen Jahr bis zum 31. August gelten. Gemeinderat Klaus Winterer fragte, warum das sein müsse. Es sei doch bekannt, dass eine Stelle in der Dörlinbacher Einrichtung seit längerem vakant ist? Kämmerin Lisa Kopf und Bürgermeister Matthias Litterst, entgegneten hier, dass es schwierig wäre, in einer Gemeinde wie dem Schuttertal Erzieher oder Erzieherinnen zu finden, die bereit wären, dauerhaft hier zu bleiben. Konkret sagte Kopf, dass "pädagogische Fachkräfte Mangelware sind". Der Bürgermeister ergänzte: "Erzieher können sich Stellen aussuchen." Die Gemeinde Schuttertal habe da schlicht und einfach Standortnachteile. Der Gemeinderat stimmte dann der Reduzierung zu – notgedrungen, aber geschlossen.

In derselben Sitzung hat der Gemeinderat die Gebühren für die drei Kindergärten in der Gemeinde erhöht. Die Elternbeiträge sind nach Kindern unter 18 Jahren gestaffelt. Das Ziel ist, Familien mit mehreren Kindern zu entlasten. Zwei Beispiele: Eine Familie mit einem Kind bezahlt für Regelbetreuung mit 34,5 Stunden in der Woche nach den Ferien 143 Euro (140 Euro bisher). In Dörlinbach, wo die Regelbetreuung auf 29,5 Stunden gekürzt wird, beträgt dieser Betrag 123 Euro. Eine Familie mit vier Kindern unter 18 Jahren bezahlt pro Kind, das eine Kita besucht, 25 Euro (bisher 24 Euro). Im Sonderfall Dörlinbach beträgt die Gebühr 21 Euro. Generell werden diese Beiträge für elf Monate im Jahr erhoben.

Die Kämmerin begründete die Erhöhung damit, dass sich die Vertreter des Gemeinde- und Städtetages mit den vier Kirchen im Land auf eine Erhöhung der Elternbeiträge im kommenden Kindergartenjahr nach den Sommerferien verständigt haben. Die drei Kindergärten in der Gemeinde Schuttertal befinden sich in Trägerschaft der katholischen Kirche. In der Gemeinde hat der Lenkungskreis Kita am 20. April generell über eine Erhöhung der Gebühren beraten. Damals gab es noch keine Empfehlung vonseiten der Landesverbände und der Träger. Dabei wurde, so Kopf, festgestellt, dass in den Vorjahren bei der Regelbetreuung zugunsten der Eltern abgewichen wurde. Statt 30 Wochenstunden wurde dem Beitrag 32 Stunden Grundbetreuung zugrunde gelegt. "Damit lag der bisher erhobene Beitrag unter der Empfehlung." Eine Regelbetreuung von 30 Wochenstunden wäre nicht realistisch. Daher sollte in Schuttertal die Basis der Regelbetreuung weiterhin bei 32 Wochenstunden liegen. Der Verlust liege bei etwa 3000 Euro. "Eine eventuelle schrittweise Anpassung sollte für die folgenden Kita-Jahre geprüft werden." Der Rat stimmte geschlossen zu.

Generell sollte mit den Kita-Gebühren eine Kostendeckung von 20 Prozent angestrebt werden. Der durchschnittliche Deckungsgrad im vergangenen Jahr lag bei 15,6 Prozent. Daher haben sich die kommunalen Landesverbände sowie die Träger auf eine Erhöhung der Gebühren um 2,9 zunächst nur für das kommende Jahr geeinigt.

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