Nach Schuttertal-Unwetter Jetzt muss der Dreck weg

Winfried Junghans vor seiner Garage neben der Dörlinbacher Hauptstraße. Mehr als einen Meter hoch hat das Wasser dort gestanden – zu erkennen an der braunen Ablagerung an den Wänden. Das Motorrad geriet komplett unter Wasser. Foto: Schabel

Schuttertal - Zur Abwechslung ging seit Donnerstag Mal kein Unwetter über dem Schuttertal nieder. Die leidgeprüften Anwohner der Hauptstraße in Dörlinbach haben ohnehin noch mit den Folgen der Überflutungen am Dienstag und Mittwoch zu kämpfen.

Matthias Litterst besuchte Bürger, deren Keller innerhalb von 24 Stunden zweimal vollgelaufen waren. "Bei manchen liegen die Nerven blank", beschrieb der Bürgermeister hinterher die Stimmung.

Winfried Junghans konnte damit nicht gemeint sein, denn der Rentner wirkte beim Besuch des Textautors am Freitagmittag recht gut gelaunt – obwohl das Wasser mehr als einen Meter hoch in seiner Garage gestanden hatte. Doch Junghans hatte das Unglück kommen sehen und sein Auto gerade noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht, außerdem eine Nachbarin gewarnt, die ihren Wagen ebenfalls aus der Garage fahren konnte, ehe dort Land unter herrschte. Ein weiterer Hausbewohner in der Herrenmatt 4 hatte nicht so viel Glück, er war nicht zu Hause, sein Motorrad wurde komplett überflutet.

Das Wasser hat die Feuerwehr abgepumpt, doch der Restschlamm steht noch zentimeterhoch in der Garage. Er muss speziell entsorgt werden, ihn einfach in die Schutter nebenan zu kippen ist verboten, weiß Junghans.

Aufräumarbeiten nach dem Unwetter

Am Dienstag und Mittwoch hatte es jeweils eine Stunde lang über Schweighausen ganz bös gewittert, woraufhin sich wahre Wassermassen talwärts bewegten. Vor allem in Dörlinbach erwies sich das Bachbett der Schutter als viel zu klein, sodass die braune Brühe über das Ufer schwappte, sich auf die Straße, in Vorgärten, Keller, Garagen und teils auch in das Untergeschoss des Rathauses ergoss – dort hielten sich die Schäden laut Litterst aber in Grenzen.

Am Ortseingang wurde der Radweg überspült, sodass er hinterher tiefe Schlaglöcher aufwies. Der Bauhof hat aber schnell reagiert und die Schäden notdürftig ausgebessert, sodass der Weg weiter befahren werden kann. Er wird ohnehin demnächst erneuert.

Litterst dankte den Bauhofmitarbeitern und den Feuerwehrleuten, auch denen aus der Nachbarschaft – überhaupt allen, die beim Aufräumen geholfen haben. Die Straßenmeisterei des Ortenaukreises fuhr mit der Kehrmaschine durch den Ort, sodass sich die Hauptstraße am Freitag schon wieder blitzblank präsentierte. Für die Anwohner, deren Keller vollgelaufen waren, ist der Ärger aber noch nicht vorbei – denn dort hat sich hartnäckiger Dreck abgesetzt, wie an der Junghans-Garage eindrucksvoll zu sehen war.

Gottesdienst fällt ins Wasser

Durch das Unwetter ist auch die Wiese "Wanglersmatt" in Mitleidenschaft gezogen worden, weshalb die katholische Kirche den für diesen Samstag dort geplanten Schlagergottesdienst abgesagt hat. Ein neuer Termin sei im Spätsommer geplant, so die Kirche.

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