Schuttertal Hummelhof auf dem Geisberg ist ihre Heimat

Johann und Anna Hummel haben den Hof an ihren Sohn Jochen übergeben, legen aber trotzdem die Hände nicht in den Schoß. Foto: Bohnert-Seidel Foto: Lahrer Zeitung

Schweighausen. Ein Eheleben am Geisberg – für Anna und Johann Hummel ist der Hummelhof der schönste Fleck auf Erden. Die beiden lieben ihr Zuhause und die Gemeinschaft mit all den anderen Menschen rund um den Hof. Verheiratet sind sie seit 50 Jahren – den Bund der Ehe haben sie am 29. August 1969 geschlossen.

Kennengelernt haben sich der junge Landwirt vom "Kuhnerhof", heute ist es der Hummelhof, und seine Anna in einer Metzgerei in Steinach. In den Wintermonaten, wenn die Arbeit auf der Landwirtschaft in Schweighausen ruhte, fand Johann Hummel als junger Bursche Arbeit in der Metzgerei. Dort stellte Anna Kaletta, deren Familie aus Oberschlesien stammt, gern ihr Fahrrad ab. Der gemeinsame Schwatz ließ nicht lange auf sich warten, bald waren sich die beiden mehr als nur sympathisch. Die gelernte Damenschneiderin und der Jungbauer wussten im Alter von 20 und 21 Jahren, dass sie für ein gemeinsames Leben bestimmt sind. Nach der Trauung zogen sie auf den Hof und lebten als Großfamilie mit vier Generationen. Das Glück der beiden vervollständigten die Söhne Thomas, Martin und Jochen.

Die gelernte Damenschneiderin lernte die Landwirtschaft lieben und entlastete so Ehemann Johann, der eine feste Anstellung im Baugewerbe fand. Morgens sind die beiden mit den Hühnern aufgestanden und abends erst zur Ruhe gekommen, wenn das Tagwerk verrichtet war. Die Freude über ihr Lebensglück auf dem Hof, der nach dem Dreißigjährigen Krieg aufgebaut worden war und 350 Jahre alt ist, birgt eine traditionelle Familiengeschichte.

In Schweighausen fest verwurzelt

1974 haben die beiden den Hof übernommen. Der Hummel-Bauer-Hof ist im Ursprung ein typischer Doppelhof, wie er im Schuttertal mehrfach zu finden ist. Dass sich die beiden Familien Hummel und Bauer blendend verstehen, sich freundschaftlich verbunden fühlen, ist ein besonderes Geschenk für die Familien. Gern erinnert sich das Paar an die Jahre, als die Söhne noch klein waren. Aber jedes Jahr besitzt für sie seine Besonderheit. Von Zusammenhalt ist die Rede.

Seit 2011 liegt die Verantwortung für den Hof bei Sohn Jochen. Die Hände legen Anna und Johann Hummel trotzdem nicht in den Schoß. "Wir helfen, wo wir können", sagen beide unisono. Doch nicht nur tägliche Arbeit, sondern auch gemeinsame Unternehmungen prägt ihr Leben. In Schweighausen sind sie hin und wieder beim Frühstück oder Kaffeenachmittag zu sehen. Gern steigen sie auch in den Bus und unternehmen Reisen in die Bergwelt. "Länger als drei, vier Tage geht es aber nicht weg", sagt Anna Hummel. "Am schönsten ist es halt doch daheim", ergänzt Johann Hummel.

Anna Hummel liebt es, jeden Freitag Brot zu backen, und heizt dafür den Holzofen ein. Außerdem singt sie seit mehr als 25 Jahren im Kirchenchor und gehört seit 42 Jahren dem Frauenbund an. Honig kommt im Hause Hummel aus eigener Bienenzucht auf den Tisch. Die Zugehörigkeit zum Imkerverein ist für Johann Hummel seit mehr als 30 Jahren selbstverständlich.

Anna und Johann Hummel feiern am Samstag, 31. August, ab 10.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Romanus einen Dankgottesdienst. Es singt der Kirchenchor.

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