Schuttertal Hilfe für Waldboden aus der Luft

Schuttertal (red/fg) - Um zu verhindern, dass Waldböden sauer werden, verteilt das Forstamt auch in diesem Jahr wieder gemahlenen Kalkstein. Den Anfang macht der Gemeindewald Schuttertal. Auf Waldwegen ist daher mit Sperrungen zu rechnen.

Die diesjährige Waldkalkung in der Ortenau beginnt am 1. Juli im Gemeindewald Schuttertal im Forstbezirk Lahr. Insgesamt werden im Ortenaukreis 2019 rund 2100 Tonnen gemahlener Kalkstein aus einem Steinbruch im Neckartal per Hubschrauber auf 680 Hektar Waldfläche ausgestreut. Wie das Amt für Waldwirtschaft beim Landratsamt Ortenaukreis mitteilt, liegen die zu kalkenden Waldgebiete im oberen Schuttertal, bei Lahr-Kuhbach, Hofstetten, Wolfach-Kinzigtal, Gengenbach und im Raum Oberkirch-Ödsbach. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt hat die ausgewählten Flächen im Voraus intensiv bodenkundlich beprobt und umwelt- und naturschutzfachlich geprüft.

Mehr als 70 Prozent des Ortenauer Trinkwassers kommt aus dem Wald

"Die aktuelle bundesweite Bodenzustandserhebung hat gezeigt, dass eine gezielte Kalkung von Waldflächen den pH-Wert, die Basensättigung, die Kohlenstoffspeicherung sowie die Vielfalt und Menge von Bodenlebewesen auf versauerten oder zur Versauerung neigenden Waldböden deutlich verbessert", erläutert Forstdezernent Holger Schütz den Grund der Kalkung. "Der Kalk mildert die Versauerung der Waldböden ab und unterstützt die natürlichen Regenerationsprozesse der Böden." Dies sei eine Voraussetzung für klimastabile Wälder, die viele wichtige Funktionen haben, etwa als natürlicher Wasserfilter und damit als Garant für sauberes Grundwasser. Mehr als 70 Prozent des Ortenauer Trinkwassers komme laut Forstdezernent Schütz aus dem Wald.

Nach Aussage von Martin Siffling vom Amt für Waldwirtschaft setze das Land Baden-Württemberg seit rund zehn Jahren Gemische aus erdfeuchtem Dolomitmehl für die Bodenschutzkalkung ein, die im Ortenaukreis mit Hubschraubern ausgebracht werden. Eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen durch das Kalkmaterial bestehe nicht, teilt das Landratsamt mit. In den betroffenen Waldgebieten müssten allerdings während der Ausbringung Wege gesperrt werden. "Waldbesuchende sollten die Sperrhinweise beachten, denn es werden viele Lastwagen Material in den Wald liefern. Außerdem wird sich der Kalkstaub aus dem Streukübel des Helikopters im vorgesehenen Waldgebiet überall verteilen", so Siffling.

Finanziert würden die Bodenschutzkalkungen zum großen Teil durch naturschutzrechtliche Ausgleichsleistungen für Eingriffe in das Schutzgut "Boden", wie es etwa bei der Ausweisung neuer Baugebiete der Fall ist.

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