Schuttertal Eigenbetrieb für die Pfarrscheune

Für das Projekt wird neben der Pfarrscheune (rechts) ein Neubau errichtet. Grafik: Hättich & Faber Foto: Lahrer Zeitung

Das Seniorenwohnprojekt in der ehemaligen Pfarrscheune in Schuttertal wird als Eigenbetrieb geführt werden. Das hat der Gemeinderat am Dienstag beschlossen. Die gesamten Kosten für An- und Umbau belaufen sich auf rund 1,94 Millionen Euro.

Dörlinbach. Für den Betrieb gründet die Gemeinde einen Eigenbetrieb zum 1. Januar 2019. Bürgermeister Carsten Gabbert und Kämmerin Ursula Gruninger erklärten, dass aufgrund der Haushaltsumstellung auf die neue Doppik dieser Termin der Frühestmögliche sei. Für eine zuerst angedachte GmbH wäre das Projekt schlicht zu klein. Die Vorgehensweise ist mit dem Landratsamt abgestimmt.

Für die Gemeinschaftsräume im Erdgeschoss der Pfarrscheune sind 705 000 Euro geplant. Es gibt hier Zuschüsse aus dem Förderprogramm ELR (ländlicher Raum) von 239 000 Euro. An Spenden und Sponsoring sind derzeit 36 000 Euro eingeplant und – laut dem Bürgermeister und der Kämmerin – auch realistisch. Die restlichen 430 000 Euro sind im Haushalt 2018 eingestellt. "Dieser Betrag wird bei der Gründung des Eigenbetriebs als Stammkapital in den Eigenbetrieb eingebracht." Die Einrichtung der Seniorenwohnungen ist laut der Planung mit 258 000 Euro veranschlagt. Die Finanzierung ist vorzüglich durch Verkauf oder über die Vermietung der Wohneinheiten vorgesehen.

Im Obergeschoss entsteht eine Wohngruppe mit zwölf Plätzen. Die Investitionskosten liegen hier bei 980 000 Euro. Es gibt Fördermittel aus dem Programm "Pflege innovativ" von 100 000 Euro. Hier ist eine Kreditaufnahme von 880 000 vorgesehen. Der Zins und Tilgungsdienst wäre durch Mieteinnahmen der Bewohner der Pflegegruppe zu decken.

Kosten für den Betrieb verteilen sich

Die Kosten für den Betrieb der Gemeinschaftsräume und der Pflegewohngruppe werden vom Eigenbetrieb übernommen. Jährliche Betriebskosten, wie Strom, Wasser Heizung und Steuern, werden durch die Nutzer, etwa die Seelsorgeeinheit, Vereine oder Tagesbetreuung und zum Teil durch Mieteinnahmen, gedeckt. Die Kosten für den Betrieb der Pflegewohngruppe übernehmen die Bewohner. Das Risiko von Mietausfällen mangels Belegung übernehme die Gemeinde. Gruninger ergänzte hier, dass der Kalkulation eine durchschnittliche Belegung von 10,5 Monaten pro Jahr zugrunde liegen würde. In der Gemeinde Eichstetten am Kaiserstuhl, wo die Gemeinde bei den Vorplanungen ein vergleichbares Projekt besichtigt hatte, seien Mietausfälle bisher nie vorgekommen.

Eugen Göppert regte bei der Sitzung an, dass die Fachplanung aus dem Beschlussvorschlag herausgenommen werden sollte. Eine neue Ausschreibung lehnte der Rat mit großer Mehrheit aber ab. Die gesamte Planung wurde einstimmig angenommen.

Gerhard Himmelsbach sprach von einem "Hoffnungsschimmer für das gesamte Schuttertal". Karlheinz Himmelsbach sprach von "einem sinnvollen Projekt", bei dem "alle Faktoren stimmen". Stefan Schwörer bekundete "großen Respekt vor der Arbeitsgruppe und deren Energie". Gabbert sprach von einem "großen Konsens" für den Standort Pfarrscheune und sagte, dass die Bürgerbeteiligung im Vorfeld ein "wertvolles Engagement" gewesen sei.

Als Standort für die künftige Tagesbetreuung in der Gemeinde Schuttertal sowie die Errichtung einer selbstverantworteten Pflegewohngruppe haben sich zwei Arbeitskreise für die Pfarrscheune im Ortsteil Schuttertal entschieden. Das bestehende Gebäude soll umgebaut und durch ein zweigeschossiges nicht unterkellertes Nebengebäude erweitert werden. Der Planentwurf stammt vom Architekturbüro Hättich & Faber aus Haslach.

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