Schuttertal Dorfladen kommt gut durch die Krise

Nach Ausbruch der Corona-Pandemie war der Dorfladen besonders gefragt. Diese Aufnahme mit den Mitarbeiterinnen Tatjana Lehmann (von links), Petra Volk und Monika Siefert entstand im vergangenen Herbst anlässlich des einjährigen Bestehens. Foto: Archiv - Dach

Schweighausen - Während in der Corona-Pandemie viele in Not geraten, kurbelt sie für andere das Geschäft an. Im Lebensmittelgeschäft des Dorfladens Schweighausen haben seit Ausbruch der Krise mehr Menschen als zuvor eingekauft.

Mit blauem Auge davongekommen

"Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", sagt Rainer Wenglein, einer von drei ehrenamtlich tätigen, geschäftsführenden Vorständen. Gemeint ist damit die Gesamtbilanz des Dorfladens mit dem dazugehörigen Café, das dreieinhalb Monate geschlossen war. Ohne den Umsatz aus dem Café-Betrieb hat der Dorfladen insgesamt zwar weniger eingenommen – doch der Lebensmittelladen war allein für sich genommen stärker frequentiert als zuvor.

Offenbar scheuten nach Ausbruch der Pandemie viele Verbraucher im Schuttertal die Einkaufsfahrt in größere Städte, blieben lieber in der eigenen Gemeinde und kauften dann eben im Dorfladen ein. Diese Entwicklung zeige, wie gut es war, dieses Angebot zu schaffen, betont Wenglein auf Nachfrage der Lahrer Zeitung. "Die Pandemie hat noch einmal verdeutlicht, dass es eine Nahversorgung im Dorf braucht", stellt er fest.

Kaum noch Einkaufsmöglichkeiten in kleinen Orten

In vielen kleineren Orten gibt es kaum noch Einkaufsmöglichkeiten, auch in Schweighausen bestand dieses Problem. Dort warteten die Einwohner nicht auf einen privaten Ladenbetreiber, sondern nahmen die Sache selbst in die Hand. Ihren Dorfladen gibt es jetzt seit knapp zwei Jahren. Er erwies sich auf Anhieb als wirtschaftlich tragfähig, erwirtschaftete einen größeren Umsatz als von den Machern erwartet – schon vor Corona. Das ist nicht selbstverständlich, kleine Läden sind aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein Risiko, das die großen Ketten deshalb scheuen.

Wo der letzte Laden schließt, geht den Bewohnern nicht nur die Quelle für frische Kartoffeln, Bananen und Zahnpasta verloren, sondern auch ein Ort der Begegnung. Dies zu ändern, war eines der Ansinnen beim Aufbau des Dorfladens, der nicht nur die Nahversorgung, sondern auch soziale Kontakte sichern soll. Neben dem eigentlichen Laden mit etwa 80 Quadratmetern Verkaufsfläche gibt es deshalb eben auch ein 40 Quadratmeter großes Café samt geräumiger Terrasse. Holz und hochwertige Materialien sorgen für das gewisse Extra, die gelungene Architektur spiegelt die Tradition des Bergdorfs wieder.

Das Dorfladen-Café ist natürlich weniger gut durch die Krise gekommen, es war dreieinhalb Monate geschlossen. Seit dem 6. Juli ist es nun wieder geöffnet.

Ab kommender Woche wieder Frühstück

Man habe zahlreiche Anfragen erhalten und deshalb entschieden, das Café wieder aufzumachen, teilt Wenglein mit. Allerdings läuft es zurzeit nur eingeschränkt – nämlich täglich nur von 13 bis 18 Uhr. Die Corona-Verordnung bringe so hohe Auflagen mit sich, "dass der vollständige Betrieb des Cafés uns in existenzielle Nöte bringen würde", wird auf der Internetseite des Dorfladens informiert.

Da die Anzahl der Sitzplätze reduziert werden musste, von gut 60 auf 45, habe man geringere Umsätze, deshalb müsse man auch bei den Personalkosten sparen, so Wenglein. Außerdem sind im Café neben Mitarbeiterinnen auch Ehrenamtliche beschäftigt, die teils zur Corona-Risikogruppe gehören und deshalb nicht mehr wie zuvor zur Verfügung stehen – ein weiterer Grund, die Öffnungszeiten zunächst zurückzufahren.

Ab dem nächsten Mittwoch ist das Café aber auch wieder morgens geöffnet, dann wird es möglich sein, dort ein kleines Frühstück einzunehmen. Allerdings ist wegen der Corona-Beschränkungen Selbstbedienung eingeführt worden, außer sonntags.

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