Sonnenfinsternis über der Ortenau "Der Mond hat nur ein bisschen geknabbert"

Rico Dach mit seinem Spiegelteleskop: Zum Schutz der Augen hat er einen Sonnenfilter installiert. Foto: Axel Dach

Schuttertal - Wer nicht "vorgewarnt" war, hat sie vermutlich gar nicht mitbekommen: Erstmals nach sechs Jahren gab es am Donnerstagmittag über Mitteleuropa wieder eine sogenannte partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. Im Terminkalender von Rico Dach aus Schuttertal war das Datum schon lange dick angestrichen. Der stellvertretende Vorsitzende des Astronomischen Vereins Ortenau (kurz: AVO) hatte sich mit seinem Teleskop im Freien postiert, das seltene Himmelsspektakel ganz genau angeschaut – und anschließend der LZ davon berichtet.

Die dritte Sonnenfinsternis, die der 26-Jährige bewusst miterlebt hat, war die unspektakulärste. "Im Gegensatz zu 2015, als sie zu mehr als zwei Drittel vom Mond verdeckt war, oder gar 1999, als sie komplett dahinter verschwand, wurde die Sonnenscheibe am Donnerstag bei uns nur ein bisschen angeknabbert." Genauer: Dem Zentralgestirn "fehlte" in der Ortenau zur Mittagszeit rund ein Zehntel Fläche. Für Unbedarfte kaum bemerkbar. "Der Ausgangspunkt der Sonnenfinsternis war in Kanada. Das heißt, je weiter nördlich man war, desto größer war der vom Mond bedeckte Teil. In Hamburg beispielsweise waren es 17 Prozent."

Dass in der Region überhaupt zu sehen sein würde, wie der Mond sich zwischen Sonne und Erde schiebt, war erst kurz vor Beginn des Naturschauspiels klar. Dach: "Eigentlich waren Wolken angesagt, doch die verzogen sich glücklicherweise rechtzeitig." Der Schuttertäler war von 12.30 Uhr bis gegen 13.20 Uhr draußen. "Dann war alles wieder vorbei."

Hat es sich gelohnt für die Sonnenfinsternis die Mittagspause zu opfern? "Definitiv", sagt Dach, der seit neun Jahren Mitglied im Astronomischen Verein ist und seit 2019 in dessen Vorstand sitzt. "Man liest viel, beschäftigt sich viel mit Theorie, wenn man dann mal die Gelegenheit hat, die Vorgänge am Himmel live zu beobachten, ist das schon sehr besonders."

Spezieller Filter zum Schutz der Augen

Selbstverständlich hatte sich der Hobby-Astronom gut auf das "Date" mit dem Zentralgestirn vorbereitet. Ungeschützter Blickkontakt kann schlimme Folgen für die Augen haben. "Ich habe mein Spiegelteleskop mit einem Filter abgedeckt, der nur ein Prozent des Lichts durchlässt. Damit ist man auf der sicheren Seite." Der AVO-Vize nutzte am Donnerstag eine 60-fache Vergrößerung. "Das ist relativ wenig, aber genau richtig, um die Sonne in ihrer vollen Pracht zu beobachten."

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