Schuttertal "Der Dorfladen ist einmalig"

Schuttertal. Gut erholt kommt Carsten Gabbert (Grüne) aus seinem Sommerurlaub. Der Schuttertäler Bürgermeister geht nach der Sommerpause in sein 15. Dienstjahr. Ihn daher als alt eingesessen oder etabliert zu bezeichnen stimmt selbststverständlich auf der einen Seite – blickt man allein auf seine lange Amtszeit. Auf der anderen Seite versprüht der 45 Jahre Verwaltungschef, der in seiner Freizeit ein passionierter Fußballer ist, aber immer noch viel Engagement und investiert viel Arbeit darin, dass die Schuttertäler weiter gerne in ihrer Gemeinde leben. Von Amtsmüdigkeit also keine Spur.

Was haben Sie mit Schuttertal noch vor?

Gabb ert: Es geht für uns nach wie vor darum, eine Gemeinde im ländlichen Raum möglichst attraktiv zu halten. Dazu gehören Dinge wie eine große Familienfreundlichkeit über die ganze Altersspanne, aber auch die Stärkung dessen, was unseren Zusammenhalt hier ausmacht wie beispielsweise die Vereinsarbeit und das hohe Engagement.

Haben Sie Visionen für Ihre Gemeinde?

Ich will nicht unseren Altbundeskanzler Helmut Schmidt zitieren. Die großen Visionen habe ich aktuell gar nicht. Das oben Beschriebene erreicht man ja weniger durch Visionen als mehr durch Arbeit.

Schutter-Parallele: Das betrifft ja auch ein wenig Schuttertal. Wie stehen Sie dazu?

Es geht doch darum, die Stauproblematik zu lösen. Bei der Schutterparallele würde die Straße ja nur verlegt. Das würde die Anwohner in Kuhbach und Reichenbach entlasten, allerdings andere wieder neu betreffen, die jetzt ihre Ruhe haben. Und der Stau würde nur verschoben. Uns im Schuttertal würde das meiner Meinung also gar nicht helfen, weil der Verkehr trotzdem nicht schnell genug durch Lahr kommen kann, was man jeden Tag erleben kann. Andererseits halte ich das ganze Projekt aber ohnehin nicht für sonderlich realistisch.

Was halten Sie eigentlich von der LGS in Lahr?

Eine ganz tolle Sache. Man kann die Stadt nur beglückwünschen und zu dem Mut gratulieren.

Was ist für Sie das Alleinstellungsmerkmal von Schuttertal im Vergleich zu den Nachbargemeinden?

Aktuell fällt mir da unser Dorfladen in Schweighausen ein. Hier hat eine Initiative wirklich "von unten" eine Genossenschaft gegründet und ist dabei einen Dorfladen gerade fertigzustellen. Ein derartiges Projekt, vor allem mit einer solchen Unterstützung aus dem Dorf ist mir von woanders nicht bekannt.

Warum wird Schuttertal auch in Zukunft einen grünen Bürgermeister brauchen, Herr Gabbert?

Diese Entscheidung liegt ja bei den Wählerinnen und Wählern. Die Menschen haben mir diesen Auftrag schon zwei Mal sicher nicht wegen meiner Partei gegeben. Der Bürgermeister sollte vor allem gute Arbeit machen. Rommel hat ja mal gesagt, der Stuhl des Bürgermeisters ist nicht schwarz oder rot, sondern vor allem hart.

  Fragen von David Bieber

Im Jahre 2004 hatte sich Gabbert bei einer Wahlbeteiligung von 85 Prozent im ersten Wahlgang mit mehr als 53 Prozent der Stimmen gegen vier Mitbewerber behauptet. "Das Amt hat mir sehr viel Freude gemacht, da stand für mich dann gar nicht zur Debatte, dass ich 2012 nicht wieder antreten würde", sagt Carsten Gabbert.

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