Schuttertal "Anhalten, einsteigen und weiter geht’s"

Projektkoordinatorin Lucia Eitenbichler und Bürgermeister Carsten Gabbert mit den Haltestellenschildern: Sie freuen sich, dass das Projekt beginnt Foto: Weber Foto: Lahrer Zeitung

"Daumen raus halten war früher, Mitfahrbänkle ist heute": Dies ist das Motto des neuen Projekts in Schuttertal. Anmeldungen sind bereits seit einigen Wochen möglich. Anfang Februar sollen die Bänke aufgestellt werden. Dann kann es richtig losgehen.

Schuttertal. Beim Neujahrsempfang der Gemeinde hatte es den Startschuss für das Projekt der "Kommunalen Daseinsvorsorge" (Ko-Da-eG) und von "Soziales Miteinander" gegeben. Inzwischen sind bereits rund 100 Anmeldungen eingegangen, sagen Bürgermeister Carsten Gabbert und Ko-Da-eG-Projektkoordinatorin Lucia Eitenbichler, die die Mitfahrbänke initiiert hat. Darum geht es:

Das Ziel: Die Mitfahrbänke sollen die Mobilität in der Gemeinde verbessern und die Angebote des ÖPNV ergänzen. Die Hoffnung ist darüber hinaus, den Gemeinsinn zu stärken und auch ein umweltbewussteres Verhalten zu unterstützen.

Wie es funktioniert: Wer sich angemeldet hat (siehe Info), bekommt einen Aufkleber für die Windschutzscheibe des Autos. Wenn der Teilnehmer an den jeweiligen Haltestellen vorbeikommt, schaut er, ob dort ein potenzieller Mitfahrer steht. Dann kann er entscheiden, ob er anhält oder nicht. Ebenso kann sich natürlich der potenzielle Mitfahrer überlegen, ob er einsteigen möchte. Wo man einsteigen kann: Neben den Stationen in der Gemeinde (siehe Grafik) sollen auch in Lahr am "Schlüssel" bei Lidl, in Seelbach und in Wittelbach Haltestellen entstehen. Mit Lahr ist alles klar, so Gabbert. Mit Seelbach wird das Thema noch abschließend geklärt. Die Bänke beziehungsweise Halteschilder werden nicht direkt an den Bushaltestellen positioniert, damit deutlich wird: Hier wird nicht auf den Bus gewartet, sondern auf eine Mitfahrgelegenheit. Der Ablauf soll so leicht wie möglich gemacht werden. "Anhalten, einsteigen und weiter geht’s", so Eitenbichler Die Stationen könnten noch erweitert werden oder auch wegfallen.

Vertrauen gehört dazu: Die Anmeldung in Verbindung mit den Aufklebern soll ein gewisses Maß an Sicherheit bieten, so Eitenbichler und Gabbert. Sie betonen jedoch: "Vertrauen ist wichtig, das gehört zu diesem bürgerschaftlichen Projekt dazu." Wer sich nicht wohlfühle, sollte das Angebot nicht nutzen. Das gilt besonders für Eltern, deren Kinder auf den Mitfahrbänken Platz nehmen.

Versicherungsfragen: Da sollte es laut Gabbert und Eitenbichler keine Probleme geben. Alle Mitfahrenden sind über die Haftpflichtversicherung des Fahrers versichert.

Erfolgsaussichten: Die Resonanz habe bislang alle Erwartungen übertroffen. "Es funktioniert nur, wenn viele mitmachen. Wenn man zu lange auf einen Fahrer warten muss, dann wirds schwierig", so Eitenbichler. "Die Stimmung ist aber positiv", sagt Gabbert. Vermutlich wird es Testfahrten von Jugendlichen geben, um feststellen zu können, wie es läuft. Beide betonen auch den sozialen Aspekt des Projekts. Die Menschen sollen miteinander ins Gespräch kommen, gute Erfahrungen machen.

Die Bänke: Zehn Stück sollen Anfang Februar aufgestellt werden. Die Bänke werden von Schuttertäler Bürgern und Flüchtlingen, die in der Gemeinde wohnen, bunt gestrichen.

Interessierte können sich das Anmeldeformular im Rathaus abholen oder von der Homepage der Gemeinde unter schuttertal.de herunterladen. Nötig sind nur Name und Anschrift. Eine Wohnortbeschränkung gibt es nicht. Es können auch Bürger außerhalb des Schuttertals mitmachen. Das Formular kann anschließend in einen der drei Briefkästen der Ortsteile geworfen werden. Der notwendige Aufkleber wird nach Hause geschickt.

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