Schuttern Jeder Teilnehmer ist ein Gewinner

Beste Startbedingungen: Die 18 Teilnehmer zogen am Samstagmorgen ihre Bahnen im Schutterner Baggersee bei strahlendem Sonnenschein und nur wenigen Wolken.Foto: Bohnert-Seidel Foto: Lahrer Zeitung

Erstmals ist das Österreichische Schwimmabzeichen in Schuttern am Baggersee abgenommen worden. Es ist erst die dritte Abnahme in Baden-Württemberg. Alle Teilnehmer haben durchgehalten und Höchstleistungen gezeigt.

Schuttern. Dass die 18 Teilnehmer, die am Samstagmorgen das "österreichische Schwimmabzeichen" gemacht haben, ein Erstlingswerk geschaffen haben, war ihnen so nicht bewusst. In Baden-Württemberg ist bislang nur Ralf Tomaschewski von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Schramberg dazu berechtigt das Schwimmabzeichen abzunehmen. Mit den 18 Teilnehmern verzeichnete er bei der dritten Abnahme bislang in Baden-Württemberg einen Teilnehmerrekord.

Rekorde sind beim Schwimmabzeichen jedoch im Allgemeinen weniger gefragt. Wichtig war das Dauerschwimmen. Alle Erwachsenen waren überaus ambitioniert, hielten sich zwei Stunden im Wasser auf und wurden folglich mit Gold belohnt. Bronze hätte es für eine Stunde sowie Silber für eineinhalb Stunden Dauerschwimmen gegeben. "Ich bin sehr zufrieden, mit dem was ich hier sehe", bestätigte Prüfer Tomaschewski. Nicht nur die Erwachsenen, auch die Jugendlichen haben ihre maximalen Ziele erreicht. Damit wird mit der DLRG in Schuttern einmal mehr die Fahne für den Schwimmsport mächtig hoch gehalten. Die Teilnehmer kamen aus Friesenheim, Schuttern, Kehl, Lahr, Offenburg und sogar Denzlingen sowie Freiburg.

Mit dabei war auch Friesenheims Bürgermeister Erik Weide: Weil für das österreichische Schwimmabzeichen jedoch nur Brustschwimmen erlaubt ist, gab es kein Abzeichen für den Rathauschef. "Leider erlauben mir meine Knie nur das Kraulen", erklärte dieser. Für ihn galt tatsächlich ausschließlich der olympische Gedanke. Gern habe er die Schirmherrschaft für dieses, wie er betonte "einzigartige Schwimmfest und somit eine Bereicherung für den Baggersee" übernommen.

Dass nur Brustschwimmen erlaubt ist, lässt sich für Tomaschewski leicht erklären: "Den Bruststil kann jeder oder sollte zumindest jeder können." Schon steckt er mittendrin in einem Kommentar zur Schwimmfähigkeit der Bevölkerung. "Immer weniger Menschen und vor allem junge Leute können schwimmen", so der Rettungsschwimmer mit Prüferlizenz. Die Möglichkeit zum Schwimmunterricht sei an vielen Schulen nicht mehr gegeben. Immer mehr Frei- oder Hallenbäder werden geschlossen. Warum es in Deutschland kein vergleichbares Schwimmabzeichen zu Österreich gibt, liege wohl an einer "starken deutschen Bürokratie". Es gibt das Deutsche Sportabzeichen und Schwimmabzeichen, das weniger das Dauerschwimmen fordere. Bis in die 1970er-Jahre war das "Totenkopfschwimmabzeichen" als inoffizielles Stundenschwimmerabzeichen recht populär.

Der 12-jährige Nick war traurig, dass er nur das Schwimmabzeichen in Bronze ablegen konnte. Die 13-Jährigen durften mit nur 5 Minuten länger (30 Minuten) schwimmen gleich Silber ablegen. "Das hätte ich locker geschafft", meinte der 12-Jährige. "Sicher könnten manche Kinder länger schwimmen, aber hier gilt einfach das Gebot der Vorsicht und die Einhaltung der Regel. Niemand soll sich selbst überfordern", so Tomaschewski.

Leistungsspange Gold (120 Minuten): Leonie Fleig, Simon Kenneth Jacobs, Viktor Wabel, Christoph Heinze, Bernd Hanke, Andreas Maier, Jochen Barthel, Leonie Hünermond, Martin Buttenmüller, Stefan Buttenmüller, Bianka Kiefer, Kim Daniel Barthel, Ester Pazouki.  Schüler (Silber, 30 Minuten): Mia Marconi, Sandro Buttenmüller, Marcel Maier   Schüler (Bronze, 25 Minuten): Nick Schätzle

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