Schuttern Brückenanbau frühstens im Jahr 2040

Fahrradfahrer müssen weiter zittern: Einen Brückenanbau bei Schuttern wird es erst einmal nicht geben. Foto: Bohnert-Seidel

Schuttern - Derzeit gibt es keine gesicherte Radwegverbindung von Friesenheim nach Schuttern über Kürzell. Das Regierungspräsidium hat den Wunsch der Gemeinden Friesenheim und Meißenheim nach einem Brückenneubau jedoch abgelehnt.

Bauliche Veränderungen wird es bei den Brücken auf absehbare Zeit nicht geben

Lösungen sind an den Ausbau des dritten und vierten Gleises an die Autobahn gekoppelt. Damit rechnet Ortsvorsteher Hans-Jürgen Kopf frühestens im Jahr 2040. Frustriert zitierte er in der jüngsten Ortschaftsratssitzung aus einem Antwortschreiben des Regierungspräsidiums.

Sein Resümee: "Seit 30 Jahren werden wir schon vertröstet." Auf Halde liegen wieder einmal die Anstrengungen von Ortschafts- und Gemeinderäten in Friesenheim/Schuttern und Meißenheim/Kürzell um einen sicheren Bahnübergang oder eine gute Unterführung im Sinne von Fußgänger oder Fahrradfahrer zu erhalten.

Am 14. Oktober trafen sich die Bürgermeister und Ortsvorsteher von Friesenheim/Schuttern und Meißenheim/Kürzell zum Gespräch mit Verantwortlichen des Regierungspräsidiums, teilt Kopf mit. Weil die Verbindungsstraße L 118 eine Landstraße sei, ist auch das Regierungspräsidium für die Belange zuständig.

Ernüchternd stellte der Ortsvorsteher fest: Bauliche Veränderungen wird es bei den Brücken auf absehbare Zeit nicht geben. Eine Unterführung am Bahnhof wird von Seiten des Regierungspräsidiums zudem als "illusorisch" formuliert.

Verkehrsrechtlich kleinere Lösungen sollten hinzubekommen sein

"Im Endeffekt bedeutet dies für uns als Gemeinde, dass wir mit baulichen Veränderungen nicht vor 2040 rechnen dürfen", zeigte sich Hans-Jürgen Kopf bitter enttäuscht. Planungen der Deutschen Bahn zum dritten und vierten Gleis sehen dessen Ausbau an die Autobahn A 5 vor. Als vor 40 Jahren die Brücke über die Bahn errichtet worden ist, standen Belange von Radfahrern und Fußgängern noch nicht im Fokus.

Ein Trost bleibt: Demnächst wird es im Ortenaukreis eine Verkehrsschau geben, so Kopf. "Jetzt müssen wir verstärkt über die politische Schiene tätig werden", sein Fazit. Noch immer stehe der Besuch von Landtagsabgeordneter Marion Gentges aus.

Um sich ein persönliches Bild von der Situation zu machen, wolle sie die Brücken selbst mit dem Fahrrad befahren. Aufgeben gibt es für den Ortsvorsteher nicht. "Einen Neubau werden wir an den Brücken nicht hinbekommen", so Kopf.

Dennoch müssten verkehrsrechtlich kleinere Lösungen wie die Einrichtung eines Fahrradschutzstreifens hinzubekommen sein oder ein Gewinn von jeweils einem halben Meter rechts und links. Von allen Verkehrsteilnehmern wird eine Kompromissbereitschaft verlangt. "Wir bleiben da dran", versprach Kopf.

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