Schuttern Besonderes Flair lockt Tausende an

Die "Kruttstumpe" haben am Freitag einen der größten Nachtumzüge der Region veranstaltet. Mehr als 80 Gruppen folgten der Einladung der Schutterner Narrenzunft. Damit zogen so viele Teilnehmer durch die Gassen, wie Schuttern Einwohner hat.

Schuttern. Lebendig und schaurig-schön präsentierte die Narrenzunft Kruttstumpe in Schuttern einen der größten Nachtumzüge in der Region. Von Basel, über Feldkirch, Peterzell bis Ettlingen sind die Zünfte nach Schuttern angereist. Der Nachtumzug schafft in Schuttern jährlich die wundersame Verdreifachung der Bevölkerung des Orts – so viele Gäste reisen dazu stets an.

Allein die Zünfte und Gruppen bildeten einen närrischen Lindwurm mit mehr als 1600 Menschen. Zur Erinnerung: Aktuell zählt Schuttern 1465 Einwohner. Der Ort platzte folglich aus allen Nähten.

Die Narrenzunft Kruttstumpe erwies sich dabei wieder einmal als exzellenter Gastgeber für das Narrenvolk. In den Jahrzehnten der Schutterner Fastnacht ist auf den Umzugssprecher und Ehrenoberzunftmeister Alfons Finner immer Verlass. Kaum ein Zweiter kennt sich in der Gründungsgeschichte der Zünfte so gut aus wie er.

Zunftmitglied Achim Nißle hatte die Ehre und eröffnete den Nachtumzug als Dorfbott – die Zuschauer jubelten ihm zu. Der Nachtumzug bestach unter anderem damit, dass ein Großteil der Besucher in der Hauptstraße auch den Blick auf die beleuchtete Kirche hatten. Auch die engen Straßen sorgten für einen besonderen Flair – Besucher und Teilnehmer kamen sich sehr nahe. Nur in zweiter oder dritter Reihe gab es noch kleine Verstecke für all jene, die sich vor dem Schabernack der Hästräger fürchteten.

So manche Mütze wurde dem Nachbarn auf den Kopf gesetzt. Stempel zierten Gesichter und manche Zuschauerin landete auf einem der Wagen oder in den Umarmungen einer Hexe. Musikalisch führte den Nachtumzug die Guggemusik Brändbach-Hupä aus Bräunlingen an. Zum ersten Mal hatten die Gäste aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis den Weg nach Schuttern gefunden. Generell feierten viele Zünfte, wie die Obersasbacher Waldhexen, in Schuttern Premiere.

Alfons Finner machte die Ansage der Gruppen sichtlich Freude. Eine der größten Zünfte dürfte der "Narrenbund Schellau" aus Schellbronn sein. Sie kamen mit "Bietschellen", "Schelle-Hexen", "Brunnengeistern", Tanzteufeln, Wolfstreibern, Musketieren und dem Elferrat nach Schuttern. Den wohl größten Gruselfaktor steuerten Zünfte wie die "Bleichbach Bestien" aus Tutschfelden oder Dämonen aus Altschweier, Sasbach oder Auenheim bei. Von den Friesenheimer Zünften waren die Krabben aus Oberweier und die Höllenbrut Friesenheim vertreten.

Der Fackelumzug ist seit mehr als zehn Jahren einer der größten Nachtumzüge in der Region. Die Narrenzunft "Kruttstumpe", gegründet vor 67 Jahren, verwandelte ihren Heimatort Schuttern in einer Nacht in ein Narrendorf mit Tausenden Gästen. Nach dem Umzug wurde in und an der Offohalle gefeiert.

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