Schule wird zur Erstunterkunft 30 Flüchtlinge kommen nach Dundenheim

Jasmin Lehmann
In der leerstehenden Schule in Dundenheim sollen 28 Flüchtlinge untergebracht werden. Das derzeit leerstehende Gebäude muss dafür aber erst einmal umgebaut werden. Foto: Goltz

Aufgrund der steigenden Flüchtlingszahlen werden derzeit im Kreis Unterkünfte reaktiviert oder geschaffen. Auch in Neuried sollen weitere Flüchtlinge unterkommen. Wohnen sollen die Menschen in der leerstehenden Schule in Dundenheim.

Dundenheim - Neurieds Bürgermeister Tobias Uhrich informierte im Dundenheimer Ortschaftsrat über die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen in Neuried. "Uns ist es wichtig, den Menschen hier eine Heimat anzubieten und die Menschen zu integrieren", so der Bürgermeister. Die Integration sei aber nur dann möglich, wenn beide Seiten das möchten. In Neuried sollen in diesem Jahr 21 Personen aufgenommen werden, zuzüglich der afghanischen Ortskräfte, was sieben weitere Personen bedeutet. So werden knapp 30 Menschen in Neuried ihre neue Heimat suchen.

Das Landratsamt sei auf die Gemeinde zugekommen und fragte, ob die Schule in Dundenheim als Erstunterbringungseinrichtung genutzt werden könne. Die leerstehende Schule ist aktuell in einem desolaten Zustand, dieser soll aber behoben werden. Neue Küchengeräte sollen beschafft werden, auch ein neuer Anstrich sei notwendig. "Wir müssen das Thema Toilettenanlagen auf Vordermann bringen", so der Bürgermeister – die Gemeinde müsse einiges an Geld in die Hand nehmen. Die Klassenräume könnten als Wohnraum genutzt werden, Uhrich wollte diese großen Räume jedoch nicht für Einzelpersonen freigeben, sondern insbesondere für Familien. Dies sei auch vom Landratsamt so zugesichert worden.

Kein Dauerzustand

Neue Türschlösser sollen eingebaut werden, um den Zugang besser kontrollieren zu können. Zuletzt habe es sogar Fälle von Vandalismus gegeben, da Personen sich im Gebäude aufhielten, die dort nichts zu suchen hatten, so der Bürgermeister. Die Schule soll jedoch lediglich als Sprungbrett in eine reguläre Wohnung genutzt werden, betonte Uhrich.

Insbesondere bedankte sich der Bürgermeister beim Netzwerk Gastfreundschaft für den Einsatz. Der neue Integrationsmanager werde im März seine Tätigkeit aufnehmen, nachdem sein Vorgänger nach einem Jahr bei der Gemeinde Neuried einen anderen beruflichen Weg einschlug.

"Die Schule war als Haus der Vereine vorgesehen", so Ortsvorsteher Hans Mild. Im Haushalt sei eine Planungsrate eingestellt worden, die Planungen sollten parallel weiter vorangetrieben werden. Dieses Vorhaben sei nun zurückzustellen, so Mild. Der Dank des Ortsvorstehers galt auch Karin Gaiser vom Netzwerk Gastfreundschaft für den bisherigen Einsatz. Gaiser sicherte zu, dass das Netzwerk Gastfreundschaft auch weiterhin aktiv sein werde, wenn auch nicht mehr die Anzahl an Ehrenamtlichen zur Verfügung stünden, wie es im Jahr 2015 war. "Ich hoffe, dass sich neue Menschen einbringen werden", sagte Gaiser, schließlich solle es zu einem guten Miteinander in der Gemeinde kommen.

Ein Anwohner, der in der Nähe der Schule wohnt, fragte, wie lange die Schule als Wohnraum genutzt werden soll. Auch derzeit wohne noch jemand darin, er fragte, wieso nichts anderes in der Einrichtung etabliert werde. "Wie lange soll das noch gehen?", fragte der Anwohner. Bürgermeister Uhrich entgegnete, dass er die Frage nach der Dauer nicht beantworten könne. Ein Dauerzustand soll es nicht sein, auch er möchte die Schule in Zukunft in anderer Nutzung wissen. Insbesondere kritisierte der Anwohner die Lärmbelästigung aus der Vergangenheit. Der Bürgermeister sicherte ihm zu, dass künftig Tag und Nacht jemand anwesend sein werde, der sich der Probleme annehmen wird.

Gespräch

Bei einem Vorort-Termin am Donnerstag, 17. Februar, ab 18 Uhr soll gemeinsam über Probleme und die Gegebenheiten gesprochen werden. Die Bürger sind dazu eingeladen.

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