Schock an Ringsheimer Tankstelle Überfall mit Revolver

Der Betrieb in der OMV-Tankstelle in Ringsheim lief am Montag wie gewohnt. Nichts deutete mehr auf die schlimmen Szenen hin, die sich in der Nacht auf Samstag hier abgespielt hatten. Foto: Mutz

Ringsheim - Schock am Samstagmorgen in der Ringsheimer Tank­stelle: Zwei Männer bedrohten einen Kassierer mit einer Pistole und raubten Bargeld. Wie viel, ist unklar. Auch sonst bleiben einige Fragen offen, Polizei und Unternehmen geben sich zugeknöpft.

Samstagfrüh, 3.38 Uhr: Zwei Männer betreten die OMV-Tankstelle im Ringsheimer Westen. Die Station in der Herbolzheimer Straße hat rund um die Uhr geöffnet, viel Betrieb dürfte mitten in der Nacht nicht geherrscht haben. Einer der beiden vermeintlichen Kunden geht auf den Mitarbeiter der Nachtschicht zu, hält ihm eine Pistole vor und fordert ihn auf, die Kasse zu leeren. Ob der Angestellte Widerstand leistet oder es dem Räuber einfach nicht schnell genug geht, ist dem Polizeibericht vom Montag nicht zu entnehmen. Jedenfalls greift der Mann mit der "schwarzen Handfeuerwaffe", bei der er es sich um einen Revolver gehandelt haben soll, plötzlich selbst nach dem Bargeld. Dann macht er sich mit seinem Komplizen, der im Verkaufsraum Schmiere gestanden hat, davon.

Die gute Nachricht: Der Tankstellenmitarbeiter wurde bei dem Überfall nicht verletzt, wie OMV-Sprecher Thomas Bauer auf LZ-Nachfrage erklärt: "Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Wie in solchen Fällen üblich wurde eine psychologische Betreuung angeboten." Das Unternehmen bedauere "diesen Vorfall sehr".

Zwei Überfälle in der Vergangenheit

Polizei und OMV ließen am Montag mit Verweis auf die "laufenden Ermittlungen" einige Fragen offen: Wie hoch war die Beute? Sprachen die Räuber Hochdeutsch, Dialekt oder mit Akzent? Welche Erkenntnisse liefern die Bilder der Überwachungskameras der Tankstelle? Wurden am Tatort verwertbare Spuren gefunden?

Immerhin gibt es eine detaillierte Beschreibung der Kleidung des Haupttäters und seines Komplizen (siehe Info). Und: Die Männer waren offenbar auffällig jung, möglicherweise sogar jugendlich. Laut Mitteilung der Polizei flohen die Täter nach dem Überfall "in Richtung Ringsheim". Zu Fuß oder mit einem Auto? "Hinweise auf ein Fluchtmittel gibt es nicht", erklärte eine Polizeisprecherin gegenüber der LZ.

Die Ringsheimer Tankstelle – eine von europaweit rund 2100, die der österreichische Energiekonzern OMV betreibt – wurde im Dezember 2008 eröffnet. Sie liegt strategisch günstig: direkt am Autobahnzubringer Ringsheim/Rust, schnell von der B 3 zu erreichen und nahe beim Europa-Park. Gegebenheiten, die sich schon in der Vergangenheit auch Ganoven zunutze machten. 2012 wurde der Betrieb zweimal innerhalb von zehn Tagen überfallen – beide Male kamen die Täter in den frühen Morgenstunden, beide Male bedrohten die Täter die Angestellten mit Schusswaffen, erbeuteten mehrere Hundert Euro Bargeld und entkamen unerkannt.

"Zur bestmöglichen Prävention führen sowohl die OMV als auch die Tankstellen-Partner selbst regelmäßige Sicherheitsschulungen durch", erklärt Unternehmenssprecher Bauer und betont: "Die OMV arbeitet vollumfänglich mit den ermittelnden Behörden zusammen." Die Kriminalpolizei in Offenburg bittet Zeugen, sich unter Telefon 0781/21 28 20 zu melden. Sollten die Täter geschnappt werden, drohen ihnen lange Gefängnisstrafen. Auf schweren Raub stehen nach Erwachsenenstrafrecht mindestens fünf Jahre Haft.

So werden die Täter beschrieben

Die Polizei hat am Montag folgende Beschreibung der beiden Ringsheimer Tankstellen-Räuber veröffentlicht.

Haupttäter: 16 bis 25 Jahre alt, männlich, schwarze Schuhe, dunkle Jogginghose mit drei roten Streifen auf dem Oberschenkel, schwarzgraue Jacke, schwarze Kapuze, schwarzer Rucksack, heller Mund-Nasenschutz, nutzte schwarze Handfeuerwaffe ("Revolver"), einen schwarzen Handschuh an der rechten Hand

Komplize: 16 bis 25 Jahre alt, männlich, schwarze Schuhe, schwarze Jogginghose, dunkler Kapuzenpullover mit Aufdruck "cK" (Kapuze aufgezogen), heller Mund-Nasenschutz, trug keine Handschuhe

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