Schlossberg Hornberg Das Gesamtkonzept überzeugt

Christina Kornfeld
Der Schrägaufzug soll laut auf dieser Seite auf den Schlossberg führen. Foto: Kornfeld

Mit nur einer Gegenstimme hat der Hornberger Gemeinderat für die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens für das Schlossbergkonzept gestimmt. In den Bebauungsplan soll der diskutierte Schrägaufzug aufgenommen werden.

Hornberg - Bürgermeister Siegfried Scheffold stellte noch einmal ausführlich das Konzept und die Wirtschaftlichkeitsprüfung der Firma Montenius vor. Gegen das Konzept hatte sich der Hornberger Hans-Peter Hirschbühl gewandt und seine Berechnungen an Gemeinderäte und Hornberger Bürger geschickt (wir berichteten). Zwölf Bürger warten anwesend, um die Entscheidung mitzuverfolgen.

Kritikpunkte Stück für Stück widerlegt

Scheffold ging die von Hirschbühl geäußerten Kritikpunkte Stück für Stück durch und nahm Stellung. So waren die Projekte, die laut Hirschbühl als Vergleich herangezogen wurden, nur Referenzprojekte der Firma Montenius. Sie sollten nicht als Beispiele für die Wirtschaftlichkeit des Hornberger Projekts gelten. Ein Vorwurf lautete auch, dass die Mehrheit der Bürger kein Interesse an dem Projekt habe. Entscheidend seien jedoch diejenigen, die die Anlage nutzen wollen. Auch andere öffentliche Einrichtungen haben nur Anteile, beispielsweise das Freibad. Bei der Studie werde von 174 Fahrgästen pro Tag ausgegangen und nicht von 577 Gästen, wie Hirschbühl angegeben hatte. Bei der erreichten Förderung werde auch bei nur 80 Prozent der erwarteten Besucherzahlen das Vorhaben noch wirtschaftlich sein, rechnete Scheffold vor. Der Umsatz im Biergarten und Hotel werde wie die Besucherzahlen durch das Projekt steigen, der Kiosk sei keine Konkurrenz.

Barrierefreies Projekt

Das Projekt werde dauerhaft positive wirtschaftliche Effekte haben: Hornberg habe dadurch ein Alleinstellungsmerkmal, es würden mehr Tagesausflügler kommen, die Übernachtungen steigen und die Innenstadt werde gestärkt, war sich der Bürgermeister sicher. Es sei ein ganzjähriges, barrierefreies Angebot für alle Generationen. Die Barrierefreiheit sei entscheidend für die Förderung in Hohe von 2,5 Millionen Euro.

Potenziale nutzen

Es stelle sich die Frage, ob Hornberg sich weiterentwickeln wolle. Die Stadt habe 70 Prozent der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe, es sei nicht sicher, in welche Richtung es hier bezüglich der Teuerung der Rohstoffe gehe. Pluspunkte Hornbergs seien die Natur, die Landschaft und die touristische Infrastruktur. Diese Potenziale sollten genutzt werden.

Erfolg nur für Gesamtkonzept

Fritz Wöhrle (FW) und Erich Fuhrer (CDU) sprachen sich für das Konzept aus. Zunächst solle jedoch die Infrastruktur auf dem Schlossberg (Panoramaparkgebäude mit Terrasse, Kiosk und WC) erstellt und dann der Aufzug gebaut werden. Bernd Laages (SPD) betonte, es sei unverantwortlich, auf die Förderungen zu verzichten. Er und Gottfried Bühler (CDU) waren sich sicher, dass das Projekt nur als Gesamtkonzept funktioniert. Der Erfolg von Panoramaparkgebäude und Spielplatz würde einen einfachen Zugang voraussetzen, so Bühler. Eric Küffer (SPD) wünschte sich, dass alles parallel verwirklicht wird.

Pflicht statt Kür

Rolf Hess (SPD) sprach sich gegen den Aufzug aus. Der Schlossberg solle aufgewertet und mehr Parkplätze am Schlossweiher entstehen. Jörg Fehrenbacher (FW) sagte, die Entwicklung des "Kleinods Schlossberg" sei die Kür, aber keine Pflichtaufgabe. Er verwies auf die Schulden der Stadt. Er sprach sich für eine Bürgerversammlung zu dem Thema und die Suche nach privaten Investoren aus. Bernhard Jogerst (FW) war angesichts der Flüchtlingskrise und anderer bekannter Probleme dafür, den Aufzug zu verschieben

Die Entscheidung

Der Rat entschied sich mit einer Gegenstimme (Hess) dafür, ein Bebauungsplanverfahren einzuleiten, in dem der Schrägaufzug enthalten ist. Das bedeutet nicht, dass der Aufzug gebaut werden muss. Das Büro Faktor Grün soll mit der Planung beauftragt werden (Gegenstimme Hess). Bürgermeister Scheffold wird beim Regierungspräsidium nachfragen, ob die Förderungen auch nur für den Panoramapark ohne Schrägaufzug möglich sind (einstimmig).

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