Sasbachwalden Tourismus: Schwarzwald soll zum begehrtesten Reiseziel werden

Ortenau - Mit einer neuen Strategie soll der Schwarzwald zur Nummer eins der deutschen Reiseziele werden. Und mehr noch: Die Region soll "der begehrteste Lebensraum in Deutschland" werden. Die Pläne dafür wurden jetzt in der Ortenau vorgestellt.

Hansjörg Mair ist seit eineinhalb Jahren Chef der Schwarzwald Tourismus GmbH (STG). Der Touristik-Experte schärft das Profil des Schwarzwaldes seither mit Hochdruck. Unter seiner Federführung entstand jüngst ein neues Strategiepapier, mit dem die Region noch weiter nach vorn gebracht werden soll. Für Urlauber, aber auch für die Einheimischen. Auf Einladung der Wirtschaftsregion Ortenau (WRO) erklärte Maier am Montagabend rund 100 Touristikern aus der Ortenau in Sasbachwalden, wie diese ehrgeizigen Pläne aussehen und wo die Chancen für den Schwarzwald stecken.  

- Mehr Fachwissen nutzen: Zur Touristikertagung der STG kommen meist rund 300 Verantwortliche. Viel zu wenig, findet Maier. "Wir sollten 1000 aus dem ganzen Schwarzwald anlocken, um ihr Fachwissen zu nutzen". Und es dürften ruhig "ein paar Bürgermeister weniger kommen", fügte er augenzwinkernd hinzu.  

- Neue Datenstrategie: Ur-laub zu verkaufen brauche heutzutage neue Strategien bei den Daten der Gäste. Die Angebote von Orten und Hotels und müssten stärker digital nutzbar gemacht werden.

-  Bollenhüte bleiben: Bei allen Änderungen soll das bewährte rote Bollenhut-Logo bleiben. Er werde "einen Teufel tun und dieses Symbol verändern", erklärte Mair.

-  Einheimische überzeugen: Die Touristiker des Schwarzwalds sollten die Einheimischen in ihre Aktivitäten einbinden und sie dazu überzeugen, dass es auch für sie große Vorteile habe, wenn der Tourismus vor Ort gut funktioniere. Dessen Angebote kämen Gästen und Bürgern oft gleichermaßen zugute. Noch deutlicher sei dies herauszustellen. Auch, um Menschen dauerhaft hier zu halten.

-  Deutschland stagniert: Die Bundesrepublik bleibe weiterhin der wichtigste Markt für den Schwarzwald-Tourismus. Doch hier gebe es "kein großes Zuwachspotenzial", räumte STG-Chef Mair ein. Stattdessen müsse sich die Region stärker den internationalen Märkten zuwenden.  

- Mehr Chinesen und Inder: Zu den Zukunftsmärkten zählt Mair China und Indien. Dort gebe es immer mehr wohlhabende Leute, die den Schwarzwald schätzen würden. Mit ihnen lasse sich ordentlich Geld verdienen. Ein Inder etwa habe jüngst seinen Junggesellenabschied im Schwarzwald gefeiert, in Saus und Braus, für 85 Millionen Euro.  

- Gäste bleiben länger: Die Zeiten, in denen Urlauber gleich zwei, drei Wochen am Stück Ferien im Schwarzwald machen, sind laut Mair endgültig vorbei. Kurzurlaube seinen im Trend. Doch die Verweildauer nehme nun wieder erfreulicherweise zu.  

- Mit der Bahn anreisen: Der Schwarzwald-Tourismus setzt verstärkt auf Gäste, die mit der Bahn anreisen wollen. Da gebe es eine neue Vereinbarung mit der Deutschen Bahn, eine Kampagne – und Geld von der Bahn.

- Neue Panoramatour: Als " Grand Tour Schwarzwald" sollen besonders schöne Strecken in der Region beworben werden, auch für E-Fahrzeuge. Ein Beispiel sei die Schwarzwaldhochstraße. Andernorts gebe es solche Panoramastraßen schon.  

- Starke Symbole: Keine Region Deutschlands sei so bekannt wie der Schwarzwald, vor allem im Ausland, sagt Mair. Das liege auch an den vielen Symbolen der Region. "Bollenhut, Schinken, Kirschtorte und Kuckucksuhr: Wir haben gleich vier starke Symbole, das hat sonst kaum einer."  Neue TV-Serie? Dem Schwarzwald täte eine zweite Schwarzwald-Klinik im Fernsehen gut, hieß es bei der Touristikertagung.

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