Sasbachwalden Historisches Gasthaus wird saniert statt abgerissen

Im alten Gasthaus Adler sollen Ferienwohnungen und eine Gastronomie entstehen. Foto: Tietge Foto: Lahrer Zeitung

Sasbachwalden (red/sad). Der Kehler Immobilien-Unternehmer Jürgen Grossmann hat das mehr als 150 Jahre alte Gasthaus Adler in Sasbachwalden gekauft. Es soll nun nicht abgerissen, sondern auf seinem Hügel zum Zentrum der Ortsmitte werden. Nach der Sanierung soll das Gebäude laut einer Pressemitteilung der Grossmann Gruppe dann Ferienwohnungen und eine Gastronomie bieten und eine wichtige Rolle bei der Ortsbilderneuerung von Sasbachwalden spielen.

Für die Gemeinde ist der Verkauf des Adler-Areals an Grossmann "in vielerlei Hinsicht ein bedeutender Schritt für die Zukunft von Sasbachwalden", sagt Bürgermeisterin Sonja Schuchter. Mit dem Verkauf erfolge der Startschuss für die Umgestaltung des Kirchwegs im Hinblick auf das Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs. Weiter werde mit den geplanten Sanierungsmaßnahmen des Hotels ein Leerstand behoben und ein attraktives, historisches Gebäude erhalten.

Keine großen Eingriffe in der Bausubstanz geplant

Für Grossmann, der bereits bei verschiedenen Projekten als Sanierer und Denkmal-Spezialist überzeugt hat, bietet der Adler genug Potenzial, um "wie ein Phönix aus der Asche" aufzusteigen. Mit Fingerspitzengefühl und ohne große Eingriffe in die historische Bausubstanz soll das Gebäude hergerichtet werden, so Grossmanns Geschäftspartner und Co-Investor Christof Birkhofer: "Es ist schon verwinkelt gebaut, das macht die Planung knifflig."

Der Adler mit seiner leicht klassizistischen Heimat-Architektur ist ein ortsbildprägendes Gebäude mit interessanter Geschichte, das in den vergangenen Jahrzehnten nicht mehr an den Glanz des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts anknüpfen konnte. Damals war der Adler noch als Gasthaus Stern bekannt und gehörte den Schwestern Maria Anna und Sophie Nesselbosch. Letztere heiratete 1896 den aus New York zurückgekehrten, in Obersasbach geborenen Gastronom Ignaz Graf. Der exzellente Ruf des Hauses weit über die Grenzen der Ortenau hinweg ist in den 1920er-Jahren von Ignaz Grafs Tochter Paula und ihrem Mann, dem Acherner Weinhändler und Bankier Adolf Huber noch gemehrt worden.

In den 1930er-Jahren diente das Haus erst deutschen Soldaten, nach dem Krieg dann französischen. Rund 200 französische Kämpfer waren bis Juli 1945 hier untergebracht. Danach wurde es verkauft und ging an den Wirt des historischen Acherner Gasthauses Adler, das im Mai 1945 abgebrannt war. Der Wirt nahm seine Mannschaft mit, seine Schildgerechtigkeit und den Namen des Lokals – so wurde aus dem Stern das Gasthaus Adler.

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