Sandra Boser über Kippenheim Viel Lob für Impfwoche

Lahrer Zeitung und Irene Bär
693 Pikse wurden bei der Kippenheimer Impfwoche verteilt, ein Drittel davon an Erstimpflinge. Quelle: Unbekannt

Grünen-Landtagsabgeordnete Sandra Boser und Kippenheims Bürgermeister Matthias Gutbrod haben sich per Video ausgetauscht. Angesprochen wurden die Themen "Corona-Lage", "Impfungen und Impfpflicht" sowie "Neubau Bürgerhaus".

(red/jg). Zu Beginn sprachen Boser, Staatssekretärin im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport; und Matthias Gutbrod über den mangelnden Impffortschritt in Deutschland, heißt es in der Pressemitteilung zum Treffen. In diesem Zusammenhang lobte die Landtagsabgeordnete die Impfaktionswoche in Kippenheim Ende November: "Die Impfquote liegt bei den Jugendlichen bei derzeit 45 Prozent und bei Erwachsenen bei 75 Prozent. Wir benötigen daher Aktionen wie in Kippenheim, um das Impfen voranzubringen."

Ferner finde sie es wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen vor dem Coronavirus geschützt sind und hoffe, dass die Stiko dieses Mal bei den Kindern unter 12 Jahren früher eine Empfehlung rausgebe.

Bürgermeister fordert Testpflicht für Kitas

Bürgermeister Matthias Gutbrod pflichtete ihr bei und erklärte: "Wir haben vor Ort Glück mit dem Impfangebot. Unser Ärztehaus in Kippenheim ist flexibel und gut organisiert. Die leisten eine sehr gute Arbeit. Dank diesem Team ist die Impfversorgung bei uns super."

Anschließend kam Gutbrod auf das Thema Testungen in Kindertagesstätten zu sprechen: "Mich würde interessieren, ob verpflichtende Testungen in den Kindertagesstätten geplant sind. Ich würde das begrüßen, damit die Kinder und Eltern eine Sicherheit haben, dass auch wirklich getestet wird. Ab drei Jahren halte ich dafür Lollitests für praktikabel." Die Landtagsabgeordnete berichtete darüber, dass das Kultusministerium mit den Trägerverbänden dazu in Gesprächen sei: "Es wird gerade geprüft, wie dies praktisch umgesetzt werden kann und welche Testform sinnvoll ist."

Zum Thema Impfpflicht äußerte sich Gutbrod zustimmend: "Ich finde insbesondere bei vulnerablen Gruppen die Impfpflicht wichtig, dazu gehören neben dem Pflegepersonal auch Lehrer und Erzieher." Sandra Boser äußerte sich zustimmend: "Die Verordnung vom Bund macht es vorerst erst möglich, dass die Impfpflicht für Pflegepersonal möglich ist." Sie halte es zudem für richtig, dass eine allgemeine Impfpflicht geprüft wird.

Im zweiten Teil des Gesprächs informierte Bürgermeister Gutbrod über den geplanten Neubau des Bürgerhauses und den gewünschten Neubau der Grundschule. Er berichtete, dass für Neubauten in der Gemeinde Flächen erworben werden mussten, was teilweise problematisch sei: "Ich setze in Kippenheim auf Innenverdichtung, das neue Areal beim Bürgerhaus ist ein gelungenes Beispiel dafür. Allerdings fehlen den Kommunen hier oft Instrumente an die Brachflächen heran zu kommen, dort wünsche ich mir Unterstützung vom Land." Sandra Boser sagte zu, dem Bürgermeister Informationen zu den Landesförderungen für Innenverdichtung zukommen zu lassen.

: Das Thema "Coronatests" war auch Thema in der jüngsten Schmieheimer Ortschaftsratssitzung. Die Gemeinde sollte sich an den Kosten für Corona-Tests im Kindergarten beteiligen, forderte Ortschaftsrätin Marion Kase. Bislang zahlen diese die Träger der Kitas. Für Ortsvorsteher Hartmann machten die Tests generell nur Sinn, wenn alle Kinder mitmachen. Es bringe nichts, wenn sich 60 Prozent der Kinder testen lassen und man dort schnell auf einen positiven Test reagieren könne – und andererseits dann einzelne von den 40 Prozent nicht getesteten Kindern den Virus in die Kita eintragen würden. Dieser Meinung ist auch Bürgermeister Matthias Gutbrod, wie er auf Presseanfrage erklärte. Zunächst gebe es jedoch noch ein anderes Problem: "Wir müssen schauen, dass wir an die Tests überhaupt dran kommen." Denn bevor man sich abstimmen und ein Konzept zum Testen erstellen könne, müsse man erst einmal schauen, ob und wie man die Tests beschaffen könne.  : Laut Gutbrod werden in den evangelischen Kitas in Kippenheim und Schmieheim die Kinder mehrere Male in der Woche getestet. In der katholischen Kita in Kippenheim müssten die Tests noch beschafft werden. Die Teilnahme an den Lollitests ist freiwillig. Weiter ist da die Schule Kippenheim, so Gutbrod vergleichend dazu. Die Teilnahme an den Tests dort ist für alle verpflichtend, sie finden seit etwa zwei Wochen mehrere Male pro Woche statt, im Moment sogar täglich. Insgesamt habe man "sehr gute Ergebnisse" damit gemacht. In den vergangenen zwei bis drei Monaten wurden in allen drei Kitas insgesamt sechs bis sieben Kinder mit einer Coronainfektionen erfasst. Das Gerücht, dass die Kita in Schmieheim wegen Corona sogar einmal geschlossen wurde, stimme hingegen nicht, so Gutbrod auf Nachfrage.