Rust Zu viel Lärm, Licht und Verkehr

Rust (mut). Die Mitglieder der Gemeinderatsfraktion Aktive Bürger für Rust (ABFR), Elke-Maria Ringwald, Katja Kattinger und Günter Erny, hatten die Bürger am Sonntag zu einer Info-Veranstaltung mit anschließender Diskussion eingeladen. Rund 20 Ruster kamen ins Anglerheim im Allmendwald.

Auf vorbereiteten Handzetteln informierte die ABFR, dass sie zum Seilbahnprojekt nicht nur hinter der Resolution des Gemeinderats stehe, sondern man noch einen Schritt weiter gehe. Ihre Forderung: Sämtliche Überlegungen zum Bau einer Seilbahn durch den Taubergießen sind tabu. Die ABFR werde alles tun, um eine solche Trasse zu verhindern.

Nachdem die drei Ratsmitglieder ihre grundsätzliche Haltung dargelegt hatten, wurde mit den Besuchern offen und auch emotional über das Verhältnis von Gemeinde, Bürgern und Europa-Park diskutiert. Zunehmender Lärm und erhöhte Lichtverschmutzung wurden besonders von direkten Nachbarn des Parks beklagt. "Bei uns wird es nicht mehr richtig Nacht", bemerkte ein Bürger. Es sei ein ständiger Kampf mit einem gewissen Ohnmachtsgefühl, weil man zwar angehört werde, aber keine Besserung erzielt würde. Eher sei eine Zunahme von Störungen zu verzeichnen. Viel Lärm verursache der Betrieb der Holzachterbahn, wurde bemängelt. Die Belastung im Sommer sei extrem hoch.

Es gäbe zwar Regelungen, doch es fehle an der Kontrolle. Mit der rechtlichen Bewertung sei die Gemeindeverwaltung überfordert, bemerkte Günter Erny. Es müsse im Park einen "Gegenspieler" geben, der die Interessen der Bürger konkreter vertreten müsse. An Stelle von Infoveranstaltungen wurde echte Bürgerbeteiligung gefordert. Die Gemeinde müsse fordern und nicht nur geben, sagte Erny. Die Einrichtung einer neutralen Beschwerdestelle bei der Gemeinde war ein weiterer Vorschlag zur Verbesserung der Kommunikation.

Eine Frau ärgerte sich darüber, dass bereits morgens Musik aus dem Parkgelände komme. Durch Feuerwerke entstehe eine hohe Feinstaubbelastung, wurde weiter kritisiert. Die Verkehrsbelastung in und um Rust sei extrem hoch, Wege durch den Taubergießen würden bereits als Ausweichstrecken genutzt. Die Verkehrsproblematik sei vor 2014 nicht richtig angepackt worden. Notwendig ist nach Meinung von Elke-Maria Ringwald ein überregionaler weiträumig angelegter Masterplan Verkehr sowie für das Parken im Ort. Ein solcher ist derzeit bekanntlich in Bearbeitung.

Mit einem Maßnahmenkatalog will die ABFR konkrete Vorschläge im Gemeinderat einbringen. Dazu gehört auch eine mögliche Seilbahnverbindung, nicht durch das Naturschutzgebiet, sondern vom Bahnhof Ringsheim zum Wasserpark und zum Europa-Park. Bei der rund zweistündigen Diskussion wurden viele Mängel und Missstände offengelegt. Dabei wurde aber auch deutlich, dass Lösungen aufgrund der komplexen Situation nicht einfach sind. Die Info-Veranstaltung der ABFR sei auch ein Ventil für Bürger ihrem Ärger Luft zu verschaffen, sagte Ringwald.

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