Rust So sehen die neuen "Piraten" im Europa-Park aus

Rust - Zwei Jahre nach dem Großbrand ist Deutschlands beliebtester Freizeitpark wieder komplett: Im Europa-Park Rust (Ortenaukreis) öffnete das beliebte Fahrgeschäft „Piraten in Batavia“ wieder seine Pforten. Im Beisein von viel Prominenz wurde es am Dienstag eröffnet. Unter anderem Paola Felix war zu Gast.

Brand vor zwei Jahren verursachte 50 Millionen Euro Schaden

Dunkle Rauschwaden zogen im Mai 2018 über den Park, viele Kilometer weit zu sehen. Ein technischer Defekt, so stellte sich später heraus, hatte ein Großfeuer entfacht, das wichtige Teile des Freizeitparks in Schutt und Asche legten. Zerstört oder beschädigt wurden mehrere Attraktionen, Restaurants und Geschäfte. Auch tausende Kostüme gingen in Flammen auf. Wie durch ein Wunder wurde bei diesem Brand kein Mensch verletzt. Tausende Besucher, die sich an diesem Abend im Park aufhielten, behielten trotz der Feuersbrunst und pechschwarzer Qualmwolken bemerkenswert die Ruhe und verließen das Gelände ohne Panik. Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis rückten an, mit 500 Kräften. Der Schaden belief sich auf einen hohen Millionenbetrag, von 50 Millionen war die Rede.

Mehrere Attraktionen wurden ein Raub der Flammen, doch das völlig zerstörte Fahrgeschäft „Piraten in Batavia“ bewegte die Park-Freunde am meisten. Das zeigte sich schon kurz nach dem Feuer, als eine Online-Initiative mit mehr als 15 000 Unterstützern forderte, die Piratenbahn unbedingt wieder aufzubauen. Diese gilt als herausragendes Symbol des holländischen Themenbereichs. Die gemächliche Fahrt mit Booten auf dem Wasser durch dunkle Höhlen und Hallen war bei vielen Parkbesuchern fest gesetzte Attraktion bei jedem Besuchs. Eine Attraktion für die ganze Familie und damit so etwas wie der Markenkern des Erfolgs des Ruster Freizeit-Parks. 30 Millionen Menschen waren mit der Wasserbahn bis zum Brand gefahren.

Vertrautes Ambiente soll wiederhergestellt werden

Familie Mack, wirtschaftlich und emotional nach dem Großbrand heftig getroffen, war von den Rückmeldungen der Fans extrem berührt, hieß es auch bei der Neueröffung. Kinder spendeten gar ihr Taschengeld, um der Familie Rückhalt zu beweisen. „Das hat uns emotional extrem getroffen“, erklärte Roland Mack. Schon kurz nach dem verheerenden Feuer war die Familie klar: Die Piraten werden auferstehen. Schöner, moderner, mit spannender Technik – und trotzdem dem wohligen Gefühl der Vertrautheit, das viele Piraten-Fans eingefordert hatten.

Die ersten Bauten, etwa im skandinavischen Dorf, hat der Park bereits vor einem Jahr wiedereröffnet. Doch das fehlende Herzstück blieben die „Piraten“. Jetzt ist diese Lücke wieder geschlossen und der Park damit wieder vollständig.

Beim Neuaufbau gelten erhöhte Sicherheitsvorschriften, wie Landrat Frank Scherer vom Ortenaukreis sagt. Gründe seien die enge Bauweise in dem Freizeitpark, die hohe Zahl von Holzbauten und die Vielzahl der Besucher. Feuer sollten so verhindert werden. Bekannt wurde, dass die Original-Version der Piratenbahn aus Geheimdienstgründen mit besonders viel Holz gebaut worden war: Riesige Abhör-Schüsseln des Nachrichtendienstes, unmittelbar neben dem Park gelegen, sollten nicht durch zu viel Metall beeinträchtigt werden.

Die ersten Eindrücke nach dem Start der neuen Bahn waren durchweg positiv. Die moderne Technik begeisterte viele Gäste.

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