Rust Shuttle-Busse, Unterführung, Kinder

Nach den Fachvorträgen wurde in der Rheingießenhalle an Themen-Tischen munter weiterdiskutiert. Foto: Mutz Foto: Lahrer Zeitung

Mehr als 400 Besucher kamen am Dienstagabend zum Bürgerforum zum Thema Verkehr und Parken in die Rheingießenhalle. Die Ruster hatten viele Fragen im Gepäck, die sachlich und differenziert beantwortet wurden.

Rust. Die Referenten, Bürgermeister Kai-Achim Klare, Daniela Misera vom gleichnamigen Planungsbüro in Freiburg, Udo Gütle vom Regierungspräsidium und Michael Kreft von Byern vom Europa-Park, waren gut vorbereitet. Antje Grobe von "Dialog Basis" moderierte in professioneller Manier, wie schon bei den Bürgerforen zum Wasserpark.

Dass es durchaus konträre Meinungen bei dem schwierigen Thema geben würde, war im Vorhinein klar. Die (Vor-)Planungen von Gemeinde und Europa-Park (wir berichteten) stießen nicht nur auf Zustimmung.

So äußerten mehrere Bürger Zweifel an der Wirksamkeit der geplanten Ampelregelung (statt Kreisel) auf der Westseite der Autobahnbrücke. Udo Gütle untermauerte die Entscheidung durch Verkehrserhebungen. Eine bedarfsgeregelte Ampel sorge außerdem am frühen Vormittag für eine sichere Verkehrsführung. Gütle sprach von Wartezeiten von maximal 60 bis 80 Sekunden.

Ein Bürger schlug mehr Mut vor, nämlich das Camping-Resort zu verlegen. Mehrere Bürgerfragen betrafen besonders die Sicherheit der Kinder im Ort. Klare betonte, dass die Reisebusse nicht mehr durch den Ort fahren sollen. Dieser Weg stehe künftig nur noch dem öffentlichen Nahverkehr offen.

Der Vorschlag, die Park-Mitarbeiter aus Frankreich mittels Shuttle-Bussen nach Rust zu bringen, fand auch bei Jochen Paleit, Bürgermeister von Kappel-Grafenhausen, Zustimmung. Eine Bürgerin sah durch verbotenes Wenden auf der Zufahrtsstraße zum Park eine erhebliche Gefahr. Gemeinderat Christian Fix forderte von der Park-Leitung eine konkrete Aussage zu den geplanten Parkdecks und verwies darauf, dass der Camping-Caravan-Bereich eine Zuwachsrate von 20 Prozent habe.

Einige Bürger brachten ganz neue Vorschläge ein. Die Idee von Werner Herdrich war der Bau einer Unterführung der Autobahn für den von Süden her kommenden Verkehr, um so Querverkehr zu vermeiden. Die Kosten seien nicht darstellbar, wurde dagegen argumentiert. Wenig Erfolg verspreche auch der Vorschlag zur Einrichtung von dezentralen Parkplätzen an den Autobahnanschlussstellen Ettenheim und Herbolzheim. Die Nachbargemeinden wären über diese Idee sicher nicht erfreut. Außerdem würde damit weiterer Quellverkehr verursacht, so Klare. Ein weiterer Vorschlag zum Einsatz von Elektrobussen stellte Frank Heilmann, Geschäftsführer von Rist-Reisen, infrage, weil diese noch viel zu teuer seien.

Man habe nach langer Vorlaufzeit das Problem gerade einmal erkannt, verglich ein Bürger den Planungsfortschritt mit dem Bau des Berliner Flughafens. Klare erklärte, es sei viel Arbeit und Papier investiert, geplant, verworfen und wieder neu geplant worden, kurz: "Es war echte Knochenarbeit."

Letzlich forderte Moderatorin Grobe vom Gemeinderat eine Stellungnahme, was augenscheinlich nicht bei allen Räten gut ankam.

Nach der zweistündigen Vortragsveranstaltung wurde kräftig weiterdiskutiert. Viele Bürger hatten bereits im Vorfeld Fragen und Anregungen eingebracht. Die Vorschläge waren auf Thementischen bereits eingearbeitet. Dort wurde mitunter heftig um Argumente gestritten. Bürgermeister Klare betonte ausdrücklich, dass die Ideen und Argumente aus der Bürgerschaft ein wesentlicher Bestandteil der weiteren Planung sein werden.

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