Rust Seilbahn ja, aber nicht ins Elsass

So stellen sich die Freien Wähler die künftige Verkehrsführung in Rust vor: Trennung der Verkehrsströme an der Autobahn, dezentrale Parkräume (auch Parkhäuser) und eine Seilbahn von der A 5 zum Wasserpark und von dort weiter zum Europa-Park. Grafik: Freie Wähler Foto: Lahrer Zeitung

Rust. Die Freien Wähler Rust hatten am Mittwochabend zu einer Info-Veranstaltung in den "Löwen" eingeladen. Das Interesse war mit rund 60 Besuchern groß. Die Gemeinderäte Ewald Scherer, Ute Hildebrand und Hans-Dieter Busch stellten zukünftige Themen der Gemeindepolitik vor. Natürlich war auch der Verkehr ein großes Thema.

Weil in den Kitas Platzmangel herrscht, will die Gemeinde bekanntlich in einem noch zu erstellenden Neubau des Europa-Parks vier weitere Gruppen unterbringen. Bis dahin werden sowohl Kita-Kinder als auch Schüler in Containern betreut. Kommende Woche würde per Los entschieden, wer im Baugebiet Ellenweg IV zum Zuge kommt. 27 Bauplätze stehen dort zur Verfügung, wobei Ferienwohnungen ausgeschlossen seien, so Scherer.

Busch erläuterte Planung und Baufortschritt der Rathaussanierung, die mit rund 50 Prozent bezuschusst werde. Als komplette Fehlplanung bezeichnete ein Besucher die Sanierung, ein Abbruch wäre billiger gewesen.

Kommunalwahlen im Blick

Dass durch die Straßenverengung ein großes Verkehrsproblem vor allem durch Busse auftreten werde, da waren sich mehrere Bürger einig. Um die Parkplatzprobleme zu bewältigen wäre eine mehrstöckige Garage sinnvoller gewesen, wurde argumentiert.

Stichwort "parken": Dazu werde es im kommenden Jahr ein Großkonzept geben, so Busch. Scherer erinnerte an etliche Anträge der FW zur Ökologie und E-Mobilität. Die zukünftige Verkehrsführung- und -regelung an der A 5-Anschlussstelle fand nicht die ungeteilte Zustimmung. Generell nahm die zukünftige Verkehrsführung und die Parkflächenregelung breiten Raum in der Diskussion ein. Es bestehe enger Kontakt zwischen Gemeinderat und Europa-Park, so Scherer, der ein von den Freien Wählern erarbeitetes Konzept vorstellte (siehe Grafik). Seilbahn ja, aber von Ringsheim zum Wasserpark und von dort zum Europa-Park, so der Vorschlag der Freien Wähler, mit zusätzlicher Entflechtung des an- und abfließenden Verkehrs, einschließlich dezentraler Parkhäuser.

Eine Seilbahn durch den Taubergießen könne man sich indes nicht vorstellen, so die einhellige Meinung von Bürgern und Freien Wählern. Dadurch würde Naturschutzgebiets zerstört, so Franz Gruninger, der leidenschaftlich gegen das Vorhaben und für den Naturschutz argumentierte – und dafür Applaus erntete. Ein Elsässer meinte, Macron habe den Elsässern nichts zu sagen. Stefan Ohnemus übte harsche Kritik an der Verwaltung – gemeint war wohl der Gemeinderat –, weil dieser völlig unprofessionell handeln würde. Die Ruster leiden nach seiner Meinung unter dem Europa-Park.

Für die Kommunalwahlen im Mai sei man auf Kandidatensuche, "aber die Jugend kommt noch nicht", so das vorläufige Fazit von Scherer. Nach nicht bestätigten Informationen werde sich für die Wahl eine neue Liste formieren, sagte Scherer. Näheres wisse er nicht.

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