Rust Rust soll mehr Polizisten bekommen

Staatssekretär Julian Würtenberger informierte sich über die Arbeit des Ruster Polizeipostens, der im Alten Rathaus eingerichtet worden ist (von links): Felix Neulinger, der Leiter des Lahrer Polizeireviers, der Offenburger Polizeipräsident Reinhard Renter, Landrat Frank Scherer, Martin Baumann, der Leiter des Ruster Polizeipostens, Julian Würtenberger, Europa-Park-Chef Roland Mack und Rusts Bürgermeister Kai-Achim Klare. Foto: Mutz Foto: Lahrer Zeitung

Die Eröffnung eines Polizeipostens in Rust hat sich voll bewährt. Nun soll die Polizeipräsenz im Ort sogar erhöht werden, so das Fazit eines Besuchs von Staatssekretär Julian Würtenberger.

Rust. Würtenberger ist Verwaltungsjurist; er war Regierungspräsident des Regierungsbezirks Freiburg, ehe er Staatssekretär im Stuttgarter Innenministerium wurde. Auf Einladung von Landrat Frank Scherer besichtigte er nun den Polizeiposten, der im Alten Rathaus eingerichtet worden ist. Über die neue Sicherheitspartnerschaft in Rust zwischen deutscher und französischer Polizei, Gemeinde und Europa-Park sprachen auch Offenburgs Polizeipräsident Reinhard Renter, der Lahrer Revierleiter Felix Neulinger, der Postenleiter Martin Baumann und Park-Chef Roland Mack.

Die Eröffnung des Postens in Rust am 14. Mai 2018 sei die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt gewesen, war die einhellige Meinung beim Gespräch. Mit den hohen Besucherzahlen im Park habe sich die Sicherheitslage stark verändert. Mit dem neuen Posten in Rust, der mit acht Polizeikräften sieben Tage in der Woche besetzt ist, verkürzten sich die Interventionszeiten, das wäre von Lahr aus nicht mehr zu schaffen gewesen. "Ohne Rust geht es nicht mehr", so Neulinger. Der Polizeiposten habe für die Gemeinde "einen unglaublichen Mehrwert", betonte indes Bürgermeister Kai-Achim Klare. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Gemeinde sei eine schnelle Umsetzung möglich gewesen, stellte Renter fest. Eine sehr gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Gemeinde, dem Europa-Park und den französischen Kollegen bestätigte auch Postenleiter Martin Baumann.

Die Zusammenarbeit mit den französischen Gendarmen, die im Sommer 2018 gemeinsam mit den Ruster Kollegen auf Streife gingen, soll beibehalten werden. Der Austausch soll auch in diesem Jahr eingerichtet und auf die Oster- und Pfingstferien ausgedehnt werden.

Es gibt vielversprechende Signale der Kollengen aus Frankreich, sagte Renter. Die Präsenz der Gendarmen habe positive Auswirkungen auf die vielen französischen Parkbesucher, bestätigte Roland Mack. Die Begegnung in der Landessprache würde bei möglichen Konflikten Vorteile bringen. "Wenn die Franzosen sagen, wir schicken dauerhaft Leute, wäre das perfekt", sagte Baumann.

Sein Wunsch nach einem Umzug ist nachvollziehbar, denn im Dachgeschoss des Alten Rathauses ist es eng, alle müssen zusammenrücken. Die Pläne für ein neues Polizeigebäude im Bereich der Feuerwehr liegen auch bereits auf dem Tisch. Noch in diesem Jahr soll der Spatenstich erfolgen, für das nächste Jahr ist der Umzug geplant.

Das neue Gebäude wird von der Gemeinde errichtet und danach ans Land zur Nutzung als Polizeiposten vermietet. Nach dem Einzug wird es zusammen mit der Feuerwehr und dem DRK ein sogenanntes Blaulichtzentrum bilden. Im neuen Posten sollen 15 Beamte ihren Dienst verrichten. Ob dies realisiert werden kann, hänge auch von den Einstellungszahlen bei der baden-württembergischen Polizei ab, meinte Würtenberger. Roland Mack betonte, wie wichtig es ist, dass sich die Besucher sicher fühlen. Die Gäste aktzeptierten die Arbeit der Polizei und des Sicherheitspersonals im Park. In Frankreich schütze man Freizeitparks extrem, fügte er an.

Die "vernetzte Sicherheitspartnerschaft in Rust" sei wichtig, und mit dem Wasserpark werde ihre Bedeutung weiter steigen, sagte Würtenberger. Mit der Konzentration auf den "Hotspot Europa-Park" habe das Land ein wichtiges Zeichen gesetzt. Das werde sich auch in der Kriminalstatistik für Rust zeigen, die im März veröffentlicht wird.

Dass es in Rust Rekordzahlen geben werde, habe mit den Rustern nichts zu tun, sagte Würtenberger, es sei vielmehr das Ergebnis erhöhter polizeilicher Präsenz. "Es wird eine interessante Pressekonferenz geben, man darf gespannt sein", sagte Lahrs Polizeirevierleiter Neulinger über die Bekanntgabe der Kriminalstatistik 2018.

In den Sommermonaten und damit in der Haupttouristensaison 2018 war die Polizeistation in Rust mit acht Beamten aus Deutschland und zwei Gendarmen aus Frankreich besetzt. Es handelte sich um ein Pilotprojekt. Zwar hatte es gemeinsame Aktionen der deutschen und französischen Polizei schon gegeben. Eine dauerhaft gemeinsame Polizeiwache war aber neu. Und so gingen französische Polizisten in Rust Streife, nahmen Unfälle auf und verhafteten Kriminelle. Die Zusammenarbeit soll ausgebaut werden.

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