Rust Pensionserweiterung: Anwohner äußern ihren Unmut

Fremdenzimmer statt Ökonomiegebäude: Die Anwohner des Betriebs in der Hindenburgstraße fürchten noch mehr Lärm, Lichtverschmutzung und Geruchsbelästigungen. Foto: Mutz

Rust - Stillen Protest hat es am Montag bei der Sitzung des Ruster Bauausschusses gegeben: Anwohner äußerten ihren Unmut über ein Vorhaben in der Hindenburgstraße.

Auf Plakaten wurde gegen (nächtlichen) Lärm, Lichtverschmutzung und Geruchsbelästigungen durch Gastronomiebetriebe protestiert. Bürgermeister Kai-Achim Klare machte deutlich, dass auch eine nonverbale Einflussnahme zu Bauvorhaben bei der Sitzung durch Besucher nicht möglich sei. Im Anschluss an die Sitzung war der Rathauschef jedoch zu einem Gespräch mit den Bürgern bereit.

Anlass des Protests war eine Bauvoranfrage zum Um- und Ausbau eines Ökonomiegebäudes als Erweiterung einer Pension in der Hindenburgstraße. Da es sich baurechtlich um eine Erweiterung eines bestehenden Betriebs handele und somit unter die Bestandssicherung falle, plädierten Bürgermeister und Verwaltung für ein Einvernehmen.

Alle vier Mitglieder des Bauausschusses versagten jedoch ihre Zustimmung, weil die Stellplatzregelung ungeklärt sei. Die Parkplatzsituation sei im ohnehin verdichteten Innerortsbereich bsiweilen katastrophal, wurde aus dem Rat bemängelt.

Klare: Betrieb hat Bestandsschutz

Außerdem seien ausgewiesene Stellplätze aus einem früheren Bauantrag nicht nutzbar. »Es funktioniert auf dem Papier, in der Realität aber nicht«, sagte Andreas Link und fand die Zustimmung der anderen Ausschussmitglieder.

Bürgermeister Klare wandte sich mit deutlichen Worten an seine Räte und verwies darauf, dass sich die Verwaltung an Normen und Gesetze zu halten habe. Es handele sich um einen genehmigten Betrieb mit Bestandsschutz. Bei einer Einzelfallregelung müsse man anderswo das gleiche Maß anlegen. Er könne und wolle nicht nach Gutsherrenart durch den Ort gehen, um baurechtliche Verstöße zu registrieren, betonte Klare. Im Zuge eines Bauantrags werde man – wie bei anderen Anträgen auch – das Augenmerk auf einen detaillierten Stellplatznachweis richten.

Acht Anlieger hatten ihre Bedenken auch schriftlich eingereicht. In einem Schreiben an die Gemeinde machten sie deutlich, dass n dem Mischgebiet (Wohnen und Gewerbe) die gewerbliche Nutzung überwiege. Sie fühlen sich durch Lärm und Gerüche gestört. Die Parkplatz-Problematik werde sich ob der geplanten vier Appartements noch wesentlich verstärken, so die Argumentation. Die Anwohner bezweifeln, dass die erforderlichen Stellplätze im Rahmen eines Bauantrags ausgewiesen werden könnten.

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