Konsequenzen nach Großbrand Europa-Park plant um

Rust - Der Europa-Park will seine Werksfeuerwehr neu aufstellen. Diese und der Rettungsdienst sollen bei der Europa-Park-Gärtnerei zusammengeführt werden. Nun stellte die Gemeinde der Öffentlichkeit den dazugehörigen Bebauungsplan vor.

Der Großbrand im Europa-Park am 26. Mai 2018 ist vielen noch in schmerzlicher Erinnerung. Mitten im Park wüteten die Flammen, eine riesige Rauchwolke stieg auf und war weithin sichtbar. Die Themenbereiche Skandinavien und Holland wurden nahezu vollständig zerstört. Zwischenzeitlich sind die Schäden beseitigt und das Fahrgeschäft "Piraten in Batavia" wurde wieder aufgebaut. Der Brand war für den Europa-Park aber ein Anlass, seine gesamte Sicherheitsstruktur auf den Prüfstand zu stellen. Ziel der Neuordnung ist, Werksfeuerwehr und Rettungsdienst bei der Europa-Park-Gärtnerei zusammen zu führen. n Nur 15 Bürger nehmen teil : Als Erstes beschloss der Gemeinderat von Rust am 14. September 2020 die Aufstellung eines Bebauungsplanes im Bereich der bestehenden Gärtnerei. Am 5. Juli 2021 wurde der Entwurf vom Rat gebilligt, mit der Ankündigung einer ersten Bürgerbeteiligung. Diese fand nun am Donnerstag in der Rheingießenhalle statt. Das Interesse der Bürgerschaft war verhalten, etwa 15 Personen nahmen das Angebot an. Verwaltung, Planer, Mitarbeiter des Europa-Parks waren in etwa der gleichen Anzahl anwesend. Neben einigen Wortmeldungen und Anregungen verlief die einstündige Informationsveranstaltung ruhig.n Vorhandenes Biotop soll nicht überplant werden: Durch die Nähe zu Grünzügen, Naturschutz- und Vogelschutzgebieten komme der Ökologie besondere Bedeutung zu, sagte Bürgermeister Kai-Achim Klare zur Begrüßung. Lioba Fischer vom gleichnamigen Freiburger Büro und Planer Bernhard Keller aus Vogtsburg gaben einige Eckdaten des 2,8 Hektar großen Baugeländes bekannt, das gänzlich dem Europa-Park zur Verfügung steht. Das im Gebiet vorhandene Biotop, ein Feuchtgebiet, habe Bestandssicherung und soll Teil des Ruster Biotopverbundes sein, und die im Baugebiet vorhandenen privaten Grünflächen werden nicht überplant. Mit rund 169 600 Ökopunkten sind Ausgleichsflächen zu erbringen. Dazu gehört eine Oberflächenwasser-Versickerungsfläche und Maßnahmen (Stellfallen) auf den Elzwiesen. Der Artenschutz werde noch untersucht. n Beleuchtung soll tiergerecht sein: Die Abwasserversorgung erfolgt im Trennsystem, das Schmutzwasser wird an das örtliche Abwassersystem angeschlossen, das Oberflächenwasser wird in ein südlich anzulegendes Versickerungsbecken geleitet. Die Beleuchtung im Gelände soll tiergerecht gestaltet werden. n Neuer Standort bringt Feuerwehr strategische Vorteile: Zentrales Gebäude wird das Feuerwehrgerätehaus für die Werksfeuerwehr mit Rettungs- und Sicherheitsdienst, informierte der Leiter des Sicherheitsdienstes des Parks, Benjamin Kirschbaum. Die Verlegung zu einem gemeinsamen Standort sei erforderlich gewesen, weil eine Analyse gezeigt habe, dass die Feuerwehr bei 95 Prozent der Einsätze ohnehin das Parkgelände verlassen müsse. Der neue Standort mit direkter Zufahrt zum Kreisel auf die Europa-Parkstraße sei strategisch der bessere Standort. Die Bündelung bedeute auch weniger Flächenverbrauch. nDas Baugebiet soll mit Grün umschlossen sein:  Die maximale Wandhöhe der Gebäude in dreigeschossiger Bauweise wird in Zone 1 zwölf und in Zone 2 rund acht Meter betragen. Eine Begrünung mit Sträuchern und Bäumen werde das Baugebiet umschließen, ergänzte Jürgen Sedler, Chef der Europa-Park-Gärtnerei. n Bürger befürchten zu enge Zufahrt: Zwei Bürger haben jedoch erhebliche Bedenken bezüglich der Zu- und Abfahrt zum Kreisel. Der Straßenquerschnitt der Zufahrtsstraße sei zu klein, außerdem führe es unweigerlich zu Konflikten, wenn Parkmitarbeiter gleichzeitig den gegenüberliegenden Mitarbeiterparkplatz anfahren, aber besonders beim Ausfahren. "Da geht die Schranke auf, die schauen nicht, die fahren einfach los", sagte ein Bürger. Er wisse, wovon er rede, weil er dort selbst in einen unverschuldeten Unfall verwickelt gewesen sei. Die Einwände der Bürger wolle man auf jeden Fall prüfen und berücksichtigen, entgegnete der Bürgermeister. Neben den Funktionsgebäuden für den Sicherheitsdienst und für die Gärtnerei mit Gewächshäusern sind auch Hallen und weitere Lagerflächen auf dem Gelände vorgesehen.

Der Gemeinderat Kappel-Grafenhausen hat seiner Nachbargemeinde Rust am Montag sein Einverständnis zum Bebauungsplan erteilt. Davon seien Kappel-Grafenhausener Belange nicht berührt, erklärten die Räte.

  • Bewertung
    1