Rust Nach Abriss: Neubau mit 55 Zimmern

Geht es nach den Investoren, soll das rechte Gebäude des Hotels am Park abgerissen werden und einem Neubau weichen. Foto: Mutz Foto: Lahrer Zeitung

Acht Bauanträge und eine Bauvoranfrage veranlassten den Ausschuss für Bau, Umwelt und Technik in den Ferien doch noch eine Sitzung abzuhalten. Dabei hat das Gremium auch erfahren, wie es mit dem Hotel am Park weitergehen soll.

 

Rust. Ferienwohnungen, das Hotel am Park und Bauanträge des Europa-Parks waren die Themen der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bau, Umwelt und Technik (BUT) der Gemeinde Rust. Wir stellen die wichtigsten Inhalte dazu vor:

 Ferienwohnungen: Gleich mehrere Anträge beinhalteten die Umnutzung oder Nutzungsänderung von Wohnraum zu Ferienwohnungen. Seit geraumer Zeit bereitet die Vielzahl von Ferienwohnungen Kopfzerbrechen, weil Bürgern Wohnraum entzogen wird. In den neuen östlichen Wohngebieten wurde das Verbot von Ferienwohnungen in den Bebauungsplänen festgeschrieben, bestehende Bebauungspläne der Gemeinde werden derzeit neu gefasst und bis zu ihrer Gültigkeit zum Teil mit Veränderungssperren belegt. Ziel der Gemeinde ist ein Verhältnis von 60 Prozent Wohnraumnutzung und 40 Prozent Ferienwohnungen.

  Viele Anträge: Doch die Umsetzung dauert an und daher nutzen viele Bauwillige die Gunst der Stunde, weitere Anträge einzureichen. Was man eigentlich verhindern will, lässt das Baurecht oder der örtliche Bebauungsplan (noch) zu. So auch in der jüngsten Sitzung, als vier Bauanträge zur Nutzung/Umnutzung von rund acht Ferienwohungen einstimmig zu genehmigen waren.

  Entscheidung in Offenburg: Die Bauherren wenden oft auch legale Tricks an, mit denen Bauamtsleiter Martin Spoth zu tun hat. Die Entscheidung über die Zulässigkeit der Vorhaben trifft letztlich jedoch die Untere Baurechtsbehörde beim Landratsamt Offenburg, das auch Widersprüche von Angrenzern mit einbezieht und diese gab es auch in der BUT-Sitzung wieder. "Unsere Regelbarkeit hat Grenzen", bemerkte Bürgermeister Kai-Achim Klare in der Sitzung.

  Hotel am Park: Seit rund zwei Jahren ranken sich Gerüchte um einen Teilabriss des markanten Hotelbaus am Park, gegenüber dem Voletarium des Europa-Parks in der Austraße. Von Anfang an drehten sich die Gerüchte um eine chinesische Geschäftsfrau als Investorin, deren Gesicht und Name bis zum heutigen Tag nicht bekannt sind, deren Existenz in der Sitzung aber bejaht wurde. Mit der Bauvoranfrage ist zumindest Christoph Schmidt von der gleichnamigen Kenzinger Planungsgesellschaft bekannt, ebenso ein schweizer Vertreter der MWG Immobilien, dessen Name aber öffentlich nicht genannt werden soll.

 Der Neubau: Beide waren in der BUT-Sitzung anwesend, in der mit einer Skizze der langgezogene vierstöckige Gebäudeteil mit Flachdach gezeigt wurde. Offenbar soll das östliche Gebäude abgerissen werden. Der Neubau soll rund 55 Zimmer haben und mit einem Gastrobereich nebst Kiosk erweitert werden. Das Ganze wirkt auch nach mehr als zwei Jahren immer noch ein wenig mysteriös, denn auf Anfrage wurde diese Skizze nicht freigegeben. Letzte Zweifel zum neuen Hotel bleiben.

 Neue Gebäude: In der BUT-Sitzung wurde der Bauantrag für drei Gebäude des Europa-Parks einstimmig genehmigt. Ein vierter Bau mit Kindergarten soll zu einem späteren Zeitpunkt gebaut werden. Da der Bebauungsplan Innerer Ring Ost noch in der Offenlage und noch nicht rechtskräftig ist, bedurfte es der Zustimmung durch den BUT.

 Rückblick: In der Sitzung vom 4. Juni beschloss der Gemeinderat die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes "Innerer Ring Ost". Kernplanung in diesem rund einem Hektar großen Gelände sind vier große dreistöckige Gebäude, einschließlich eines aufgesetzten Attika-Geschosses als Wohnraum für Mitarbeiter des künftigen Wasserparkes einschließlich des Hotels südlich des Ellenweges (wir berichteten). Im südlichen Gebäude, das später errichtet werden soll, ist ein gemeinsamer Kindergarten der Gemeinde und des Europa-Parks geplant. In einem der Gebäude entstehen Einzelzimmerappartements, in zwei weiteren Gebäuden entstehen Zuschnitte für Wohngruppen. Nach Fertigstellung aller vier Gebäude werden dort 300 Mitarbeiter wohnen, Insgesamt sind 193 Auto-Stellplätze und 190 Fahrradabstellplätze geplant. Die hohe Zahl der Fahrradstellplätze orientiert sich an den Mitarbeitern, weil 80 bis 90 Prozent der im Wasserpark und dem Hotel Beschäftigten kein Auto besitzen werden. Im vierten Bau wird im Erdgeschoss Platz für vier Kita-Gruppen für 60 Kinder sein.

  Behelfsbauten: Um neuen vorübergehenden Raum für Arbeitsplätze zu schaffen, werden im Bereich des Logistikzentrums 19 Container als temporäre Behelfsbauten für die Dauer von mindestens drei Jahren aufgestellt.

Wiederaufbau: Der BUT erteilte dem Europa-Park die baurechtliche Genehmigung zum Wiederaufbau des Stadtteils Skandinavien/Norwegen und der Fassade Holland.

 Batavia: Ein weiterer Bauantrag des Parks zum Wiederaufbau des Stadtteils Batavia/Zugeinstellhalle wurde von der Tagesordnung abgesetzt, da laut Bauamtsleiter die Pläne nicht rechtzeitig eingereicht werden konnten.

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