Rust Lob für "gelungenes Schmuckstück"

Rust - Nach fünf Jahren ist die neue Rheingießenhalle in Rust mit einem kleinen Festakt offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden. Bürgermeister, Architekt und eine kleine Anzahl geladener Gäste fanden für die neue Halle viele lobende Worte.

Großes Bürgerfest wird nachgeholt 

"Le Corbusier hätte seine Freude am Bauwerk gehabt", lobte Rusts Bürgermeister Kai-Achim Klare in seiner Eröffnungsrede die neue Rheingießenhalle, indem er an den berühmten französischen Stadtplaner und Architekten erinnerte. Der Rathauschef bedauerte allerdings, dass coronabedingt nur wenige Bürger am Festakt teilnehmen konnten, versprach aber: "Ein großes Bürgerfest wird nachgeholt."

Fünf Jahre wurde unter Beteiligung von Bürgern und Vereinen, Architekt Günter Erny und vielen Fachplanern das Konzept für eine neue Schulsporthalle mit Mehrzwecknutzung entworfen, geplant und am Ende verwirklicht. Der Weg zur Realisierung des Bauwerks sei nicht so stringent gewesen, wie es die Architektur vermuten lasse, erinnerte der Bürgermeister.

Ein umfassendes Gutachten hatte bei der alten Halle erhebliche Baumängel zu Tage gebracht. Eine Sanierung wäre mit Kosten von rund fünf Millionen verbunden gewesen. Nach umfangreichen Beratungen und einem Gutachten hatte der Gemeinderat schließlich entschieden, die im Jahre 1969 erbaute und wenig später sanierte bisherige Rheingießenhalle abzureißen. An deren Stelle wird nun der Erweiterungsbau der Gemeinschaftsschule entstehen.

Neue Halle als Teil eines Campus im Ruster Osten

Die Standortsuche für die neue Halle habe sich an den verbindenden Elementen im Ort orientiert. Schule, Kindergarten, Sporthalle und das noch zu planende Kultur- und Bürgerhaus bilden einmal eine Art von Campus im Osten von Rust, ist sich Klare sicher, der auch ein Füllhorn des Lobes über die vielen Beteiligten ausschüttete. Sein besonderer Dank galt Architekten Günter Erny und Melanie Graß, Leiterin des Ruster Liegenschaftsamts, sowie den Gemeinderäten.

Die Nutzungsvielfalt der neuen Rheingießenhalle geht weit über den sportlichen Bereich hinaus. Ein teilbarer Mehrzweckraum steht auch anderen Vereinen wie Musikkapelle oder Fanfarenzug zur Verfügung. Auch Großveranstaltungen wie Brauchtums­abende an Fasnacht mit bis zu 1000 Besuchern sind in der großen Halle möglich, sobald die Nutzungsbeschränkungen wegen der Pandemie aufgehoben werden.

Coronabedingt sind die Duschen in der Mehrzweckhalle noch geschlossen, dennoch: "Die Halle strahlt eine absolute Wohlfühlatmosphäre aus", stellte Klare fest. Architekt Günter Erny erläuterte die technischen Details der neuen Halle, die einen hohen energetischen Standard aufweist (wir berichten).

Eine Million Euro an Zuschüssen erwartet 

Neben Planern, Vertretern der Nachbargemeinden und Gemeinderäten waren auch die Bundestagsabgeordneten Peter Weiß (CDU) und Johannes Fechner (SPD) sowie die Landtagsabgeordneten Sandra Boser (Grüne)und Marion Gentges (CDU) anwesend. Boser gratulierte im Namen der Abgeordneten für das "gelungene Schmuckstück, das mit Recht gefördert wird". Rund eine Million Euro erwartet die Gemeinde insgesamt an Zuschüssen für das 8,5 Millionen Euro-Projekt.

Glück- und Segenswünsche ü berbrachten der evangelische Pfarrer Jörg Herbert aus Mahlberg und der Leiter der Seelsorgeeinheit Rust, Pfarrer Michael Gartner, der die neue Halle mit dem Wunsch segnete, dass ein guter Geist darin wehen möge. Eine kleine Lehrerband mit Schulleiter Christian Moser, Britta Schuber und Tobias Sigg begleiteten den Abend musikalisch mit Liedern wie "Hijo de la Luna" und "What a wonderful World".

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