Rust Goldene Narrenschelle für "Rampensau" Eisenmann

Rust - CDU-Kultusministerin Susanne Eisenmann will mit Narrenschellen Ministerpräsident Kretschmann aus dem Amt drängen. Ihr Laudator, der Grüne Dieter Salomon, hat was dagegen. Die "Goldene Narrenschelle" gönnt er ihr aber schon.

Goldene Narrenschelle für Kultursministerin

"Es ist mir eine große Ehre. Die Fasnet ist eine tolle Kultur, in Württemberg ebenso wie in Baden", schwang Eisenmann die goldene Handglocke mit sichtlicher Freude im Ballsaal des Hotels Colosseo im Europa-Park. Als zweite Frau ist ihr diese Ehre, die von der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) jedes Jahr an einen Prominenten verliehen wird, zuteil geworden.

Als waschechte Cannstatterin habe Eisenmann schon so manches "Kübelesrennen" bestritten, lobte VSAN-Präsident Roland Wehrle die Preisträgerin. Immerhin sei es ihr gelungen, nicht nur ihren CDU-Landeschef Thomas Strobl im wahrsten Sinne des Wortes im "Kübel zu versenken", sondern sie möchte auch Deutschlands beliebtesten Politiker, Ministerpräsident Winfried Kretschmann, aus dessen Amt verdrängen.

Närrische Rampensau 2.0

Für ihre Entscheidung, als närrische "Rampensau" in die Fußstapfen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann Träger der Narrenschelle 2014, zu treten, verdiene sie Anerkennung. Eisenmann ist in Stuttgart-Bad Cannstatt geboren. Laut VSAN-Präsident ist Susanne Eisenmann auch ein echtes "Cannstatter Zuckerle" und damit mit der schwäbisch-alemannischen Fastnacht vertraut.

Die VSAN erkenne an, dass Eisenmann mit ihrer "närrischen Schlitzohrigkeit und ihren forschen Aussprüche gegenüber den Grünen zeigt, wo der Hammer hängt.

Laudatio mit Witz

Ihr "offizieller" Laudator Dieter Salomon, ehemaliger Grünen-OB in Freiburg und heutiger Hauptgeschäftsführer der IHK Südlicher Oberrhein, widersprach, erwartungsgemäß mit Witz. "Ich weiß, dass sie alle enttäuscht sind, weil Christian Streich jetzt nicht an diesem Rednerpult steht", ließ Salomon keinen Zweifel zu, wen er politisch für die erste Wahl im Land hält.

Selbstverständlich stehe dieses Amt dem "beliebtesten Politiker Deutschlands, dem anerkannten Landesvater zu", wusste er seine Lobrede auf Eisenmann stets mit dem Parteiprogramm der Grünen zu bemänteln. Nach der dritten Wiederholung des "Kretschmann-Refrains" vom beliebtesten Politiker drohte der Geduldsfaden im Publikum schon zu reißen.

Salomon baute Eisenmann eine Brücke: Sie möge doch höhere Ämter in Berlin anstreben. Bei der CDU seien doch auf Bundesebene einige Ämter frei geworden. Auch diese Pointe quittierte Eisenmann mit herzhaftem Lachen.

Narren gibt es überall

Gemeinsam mit ihrem Staatssekretär Volker Schebesta nahm die Kultusministerin während der Salomon-Lobrede auf der Bühne auf einer Schulbank Platz. Sie hörte geduldig zu und schlüpfte nach der Verleihung bei ihrer Erwiderung sogleich in die Rolle der "närrischen" Lehrerin.

Für ihre erste Bemerkung waren ihr die Lacher gewiss: "Die meisten Verhaltensauffälligen sitzen hier in der ersten Reihe." Die Herausforderin bezeugte ihre "närrische Schlitzohrigkeit: "Ministerpräsident Kretschmann war ja der Auffassung, dass Rechtschreibung nicht mehr so wichtig sei, weil künstliche Intelligenz in den Smartphones, Tablets und Computern dieser Welt Schreibfehler korrigieren würden.

Er hat das auf Facebook nochmal untermauert und prompt ›wiedergeben‹ ohne E geschrieben. Da sieht man, was ›Schreiben nach Hören‹ auslösen kann". Narren gebe es überall – ob in der Politik oder in der Fasnet.

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