Rust "Frust in Rust": Europa-Park kommt im SWR nicht gut weg

Der Moderator zeigt anhand von Plänen die Entwicklung des Europa-Parks in den vergangenen Jahrzehnten – und stellt die Frage: "Kann das immer so weitergehen?" Screenshot: fx Foto: Lahrer Zeitung

Rust. Das SWR-Fernsehen hat am Donnerstagabend über die Ruster Bürgerinitiative "Jetzt langt’s" berichtet. Der Europa-Park kommt dabei nicht gut weg.

"Europa-Park XXL – Frust in Rust" – lautet der Titel des Beitrags, der in der Sendung "Zur Sache Baden-Württemberg" ausgestrahlt wurde. Thema: Die im Juni gegründete BI, die den Flächenverbrauch des Parks sowie den zunehmenden Verkehr und Lärm in und um Rust anprangert (wir berichteten mehrfach). Der Unterton des knapp sieben Minuten langen Films ist durchaus kritisch. In der Anmoderation sind drei Pläne zu sehen, die die Entwicklung des Parks von den Anfängen bis heute zeigen, dazu die Frage des Moderators: "Kann das immer so weitergehen?"

Im Beitrag selbst kommen ausführlich BI-ler zu Wort, etwa das Ehepaar Scherer, dessen Haus direkt unter einer Achterbahn steht: "Das ist wie ein Gewitter, alle 30 Sekunden." Wenn sie es bei Abendveranstaltungen gar nicht mehr aushielten, würden sie den Park-Leiter anrufen, erzählen die Anwohner. Die Sprecherin dazu: "Manchmal wird die Lautstärke dann tatsächlich runtergedreht, damit Claudia und Bertold Scherer wenigstens ein paar Stunden schlafen können." Auch zwei Park-Besucherinnen werden interviewt. Tenor bei beiden: Wir wollten hier nicht leben.

Im Film wird dem Europa-Park "Flächenfraß" vorgeworfen, die Aussicht auf die Wasserpark-Eröffnung Ende November wirkt fast wie eine Drohung, wenn dazu Bilder eines kilometerlangen Staus gezeigt werden. Die Aufnahmen stammen laut SWR aus dem Jahr 2010. Nicht ganz sauber von den Redakteuren. Denn seitdem hat sich einiges an der Verkehrssituation in Rust getan. Die sogenannte Richtungswechselanlage auf der Zufahrtsstraße zum Park etwa, der Brückenneubau an der Autobahn oder auch der von Gemeinde und Europa-Park initiierte "Masterplan Verkehr" werden mit keinem Wort erwähnt.

Die "Gegenseite" ist lediglich durch Wasserpark-Direktor Michael Kreft von Byern vertreten, der (un-)passenderweise auch noch ausführlich erläutert, warum es im Europa-Park nie Stillstand geben dürfe. Und durch eine Gästehausbetreiberin: "Wenn der Park wächst, wachsen wir einfach mit."

Wer die Sendung verpasst hat oder noch einmal sehen will: Sie ist unter www.ardmediathek.de/swr im Internet abrufbar. Dort findet sich übrigens auch ein Beitrag über das Kliniksterben in der Ortenau, mit Fokus auf Ettenheim, der ebenfalls am Donnerstag ausgestrahlt wurde.

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