Rust Europa-Park will Parkdecks bauen

Die Grafik zeigt die ersten Ideen zur künftigen Verkehrsführung rund um den Europa-Park: Ein Parkdeck soll die Kapazitäten auf dem Großparkplatz erhöhen (weiß/rosa). Die bisherigen provisorischen Parkplätze (grün, links) sollen autofrei werden, dafür wird es einen neuen Überlaufparkplatz gegenüber des Hotels Santa Isabel geben (grün, rechts). Mittels einer Umfahrung des Großparkplatzes gibt es künftig eine klare Verkehrsführung (rot) und ein neues Transportmittel des Europa-Parks soll den Druck von den Straßen nehmen (blau). Grafik: Gemeinde Foto: Lahrer Zeitung

Mit Parkdecks und einem neuen Überlaufparkplatz will der Europa-Park künftig den Besuchermassen respektive ihren Autos Herr werden. Parkplätze an der Autobahn wird es nicht geben. Zudem bleiben die Fest- und Sportplätze unangetastet.

Rust. Nichts weniger als eine umfassende "verkehrliche Neuordnung" gab der Ruster Gemeinderat vor knapp zwei Jahren beim Freiburger Büro Misera in Auftrag. Ziel der Expertise: Staus vermeiden, Dorf entlasten. Parallel dazu suchte der Europa-Park nach einer Antwort auf die Frage: Wohin mit den Autos? Am Dienstagabend wurden die ersten Ergebnisse der Ruster Bevölkerung präsentiert (wir berichten noch). Vorab erhielten die Medien Einblicke in die Planungen. Die zentralen Punkte im Überblick. Keine Parkplätze an der Autobahn: Wenn es im Park brummt, staut sich der Verkehr bereits auf der Autobahn. Der Idee, direkt dort Parkplätze zu schaffen, hat das Regierungspräsidium aber eine Absage erteilt, wie Bürgermeister Kai-Achim Klare erklärte. Grund: die übergeordneten Planungen zum sechsstreifigen A 5-Ausbau. Außerdem verwies Klare auf das Problem des Transports der Besucher zum Park: "Es kommen bis zu 6000 Autos pro Stunde an, das entspricht zwölf ICEs. Unmöglich, das mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewältigen." In die Höhe bauen: Stattdessen soll auf dem bestehenden Großparkplatz – aktuelles Fassungsvermögen: knapp 5000 Autos – in die Höhe gebaut werden, wie Michael Kreft von Byern von der Europa-Park-Geschäftsführung erläuterte. Wie viele Stockwerke die Parkdecks einmal haben werden und wie groß die überbaute Fläche sein wird, stehe noch nicht fest. Gegrübelt werde auch noch über die Anzahl der Rampen, die gebaut werden müssen. "Klar ist: Für einen geregelten Zu- und Abfluss reichen ein oder zwei nicht aus."

Früh Druck rausnehmen: An Spitzentagen soll der Druck früher von den Straßen genommen werden, mithilfe eines neuen Überlaufparkplatzes gegenüber des Hotels Santa Isabel, südlich der Kreisstraße. Zudem tüftelt der Europa-Park an einem "zukunftsträchtigen Transportmittel" (Kreft von Byern), das zwischen dem künftigen Wasserpark und dem Freizeitpark hin- und herpendeln soll. Keine Abkürzungen mehr: Ortskundige fahren derzeit oft durchs Dorf auf den Großparkplatz und blockieren so den Hauptstrom zu den Stellplätzen. Das soll künftig mit einer Umfahrung westlich und südlich um den Parkplatz herum verhindert werden.

Sportplätze werden verschont: Die ursprünglichen Überlegungen, das Naherholungsgebiet mit in die Verkehrsplanungen einzubeziehen, sind vom Tisch. Klare: "Sport- und Tennisplätze,  Skateranlage und der Festplatz bleiben, wo sie sind." Sie sollen künftig mit einem Fuß- und Radweg zusätzlich aufgewertet werden.   Mehr Grün und Camping: Die bisher als Überlaufparkplätze genutzten Flächen beim Tipi-Dorf sollen teils renaturiert, teils dafür genutzt werden, das Camping- und Caravaning-Angebot des Europa-Parks zu erweitern.

Zeitplan und Kosten: Wann die Vorhaben in die Tat umgesetzt werden, dazu wollten die Verantwortlichen mit Verweis "auf das frühe Planungsstadium" keine verbindlichen Aussagen treffen. Klare: "Wenn alles gut läuft, wollen wir noch dieses Jahr in die Details einsteigen." Zu den Kosten erklärte Kreft von Byern: "Die genaue Höhe steht aktuell noch nicht fest, aber es wird definitiv eine richtig große Investition für den Europa-Park."

Die Verantwortlichen betonten, dass "noch nichts in Stein gemeißelt ist". Zu jedem einzelnen Punkt sollen immer wieder die Ruster befragt werden. Und die wollen offensichtlich gehört werden, wie Antje Grobe, die bereits die Bürgerforen zum Wasserpark moderierte, erklärte: "Wir haben schon viele konstruktive Anfragen und Hinweise im Vorfeld bekommen."

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