Rust Europa-Park legt Seilbahn-Pläne auf Eis

Das Seilbahn-Projekt soll in den nächsten fünf Jahren ruhen. Foto: Symbolbild

Rust - Der Druck aus der Bevölkerung war wohl zu groß: Der Europa-Park hat sich mit dem Ruster Gemeinderat darauf verständigt, sein Seilbahn-Projekt in den nächsten fünf Jahren ruhen zu lassen. Gestorben ist es aber nicht. Hochrangige Politiker wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Baden-Württembergs Ministpräsident Winfried Kretschmann hatte Michael Mack für seine Vision, von Rust eine Seilbahn ins Elsass zu bauen, schon gewonnen.

Doch der Europa-Park-Chef hatte in den vergangenen Wochen auch heftige Kritik einstecken müssen, vor allem von Naturschützern. Sie sahen in dem Projekt einen unverantwortlichen Eingriff in die Naturschutzgebiete dies- und jenseits des Rheins, über die die Trasse einmal führen könnte. Nun die Kehrtwende: Wie Mack am Freitag per Twitter mitteilte, habe sich der Park mit dem Ruster Gemeinderat »auf ein fünfjähriges Moratorium geeinigt«. Heißt: In dieser Zeit soll kein Genehmigungsverfahren für das Vorhaben auf den Weg gebracht werden. Die Begründung folgt in einem Schreiben, das fünf Punkte umfasst. Darin wird klar: Gestorben ist für Mack seine »Seilbahn der Freundschaft«, wie er sie nennt, nicht. Das Projekt »wäre aus unserer Sicht ein kraftvolles und nachhaltiges Symbol grenzüberschreitender Zusammenarbeit«, durch das gleichzeitig »eine neue klimafreundliche und emissionsarme Mobilität für die Region« geschaffen werden könnte.

Allerdings teile der Europa-Park die Auffassung des Ruster Gemeinderats und von Bürgermeister Kai-Achim Klare, »dass Bau und Betrieb einer Seilbahn nicht zu einer Beeinträchtigung des wertvollen Natrurraums Taubergießen führen dürfen«. In den kommenden fünf Jahre will Mack »Studien zu den Auswirkungen (des Baus einer Seilbahn, Anm. d. Red.) auf die Natur und Umwelt in Autrag geben«. Zudem strebt der Park-Chef »einen ausführlichen und offenen Dialog« mit Bürgern, Politik und Verbänden an. Offenen Fragen, vor allem zum Naturschutz, sollen »im Mitenander« gelöst werden. »Der Europa-Park ist zuversichtlich, dadurch Bedenken im Vorfeld ausräumen zu können und am Ende dieses Prozesses zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen.«

Am Ende seines Schreibens betont Mack die »enge und einvernehmliche Parnerschaft zwischen dem Europa-Park mit der Gemeinde Rust und der Region«, die seit mehr als 40 Jahren bestehe. In diesem Sinne soll am Ende eine Entscheidung getroffen werden, »die von der Region mitgetragen wird«.

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