Rust Ein "Schmuckstück" für 8,7 Millionen Euro

Rust - Gut zwei Jahre nach Baustart ist die neue Ruster Rheingießenhalle fertig. Nach den Sommerferien können sie Schule und Vereine nutzen. Bei einem Presse-Rundgang wurde das "Schmuckstück" am Ellenweg nun der Öffentlichkeit vorgestellt.

Schickes Aussehen, aber auch nützlich

Nicht ohne Stolz führten Bürgermeister Kai-Achim Klare und Günter Erny, Architekt und Gemeinderat, durch die Schul- und Sporthalle mit Mehrzwecknutzung. Bestechend sind nicht nur die großzügigen Ausmaße des Gebäudes, es erfüllt auch alle energetischen und ökologischen Bedingungen, die neben der Funktionalität an moderne Hallen gestellt werden. Was im ersten Blick nach Luxus aussieht, zeigt sich bei näherer Betrachtung als sehr nützlich.

So erfüllt die Halle etwa die Vorgaben des "KFW-Effizienzhauses 55". Über eine vorgelagerte Systemplanung wurde das Energiekonzept entwickelt. Ein hoher Wärme- und Sonnenschutz reguliert mit einer ausgeklügelten Belüftungsanlage die Raumtemperatur. Eine Wärmepumpe, angeschlossen an die vorhandene Nahwärmeversorgung, dient sowohl der Beheizung als auch der Lüftung und Kühlung des Gebäudes. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach dient der Eigenversorgung, überschüssige Energie wird in der Energiezentrale im Keller gespeichert. Dort befinden sich auch zusätzliche Toilettenanlagen für Großveranstaltungen.

Sanitäranlagen fast wie im Hotel

Bereits zum Amtsantritt Klares im Jahr 2014 wurde das Thema Halle diskutiert, sechs Jahre später spricht der Rathauschef von einem "unglaublich schönen Objekt mit einem durchschlagenden Erfolg". Qualität heiße nicht Luxus, sondern bedeute Langlebigkeit. Fast sämtliche Baustoffe erfüllten ökologische Standards, die Außenverkleidung besteht aus unbehandelter serbischer Lärche, die Halleninnenverkleidung (Prallschutz) ist mit hellem Birken-Sperrholz ausgestattet. Die Belüftung erfolgt über Seitenwände (Quellluft) und sorgt für regelmäßigen Luftaustausch. Große Oberlichter lassen viel Licht in die Halle, künstliches Licht bei Tage ist nicht erforderlich.

Die Raumnutzung ist sehr flexibel, die Sporthalle selbst kann dreigeteilt werden, ebenso der Mehrzweckraum für Musik und Fanfarenzug. Bei maximal zwölf Großveranstaltungen in der Halle, kann eine mobile Bühne aufgestellt werden. Eine feste Tribüne, etwa für Zuschauer bei Sportveranstaltungen, war in der Planung nicht vorgesehen, jedoch eine Küche mit Essensausgabe. Diese soll bis zum Bau des Bürger- und Kulturhauses, direkt gegenüber der Sporthalle, als Mensa für die Schüler genutzt werden.

Hoher Standard nahezu auf Hotelniveau

Die Umkleideräume und Toilettenanlagen sind grau gefliest und erfüllen einen hohen technischen und architektonischen Standard, nahezu auf Hotelniveau. Alle vier Umkleiden haben Duschen und Toiletten. 14 Schließfächer für Wertsachen stehen zur Verfügung. Auf einer Hallenseite befinden sich Geräte- und Lagerräume für den Sport- und Kulturbetrieb. Überdies verfügt das Gebäude über W-Lan-Anbindung.

Rund 100 Stellplätze gibt es direkt an der Halle, außerdem viele Fahrradstellplätze. Der Hallenvorplatz ist überwiegend versiegelt, einige Bäume sollen künftig Schatten spenden. Anfallendes Oberflächenwasser wird hinter der Halle in ein Versickerungsbecken geleitet. In diesem Bereich wurde auch die neue Schulsportanlage gebaut, am alten Standort wird ein neuer Spielplatz entstehen. Laut Architekt Erny kann die Halle bei Katastrophenfällen auch als Evakuierungszentrum genutzt werden. Ein Notstromaggregat steht für die Halle und auch zur Versorgung der Kita zur Verfügung.

Info: Zahlen, Daten und Fakten 

Bauherr: Gemeinde Rust

Architekt: Erny Architektur, Rust

Projektsteuerung: Drees und Sommer, Freiburg

Baubeginn: Juli 2018

Bruttogrundfläche: 2700 Quadratmeter, Nutzfläche: 2300, Hallenfläche: 998

Rauminhalt: 17 000 Kubikmeter

Kosten: 8,7 Millionen Euro, als Zuschüsse erwartet: rund eine Million Euro

Firmen: 13 Fachplaner, 43 Gewerke

Nutzung: Schulsport und Ganztagsbetreuung der Gemeinschaftsschule, Vereinssport und -jubiläen, Großveranstaltungen (Fastnacht, Konzerte) mit maximal 1000 Personen, Mehrzweckraum für Orchesterproben, Vereinsraum

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