Rust Ein Schatz, den es zu bewahren gilt

Die schöne Aussicht und eine kühle Brise auf dem Aussichtsturm genossen Staatssekretär Andre Baumann (von links), Landtagsabgeordnete Sandra Boser, Bürgermeister Kai-Achim Klare und Förster Lothar Bellert. Foto: Mutz Foto: Lahrer Zeitung

Nicht zum ersten Mal ist Umwelt-Staatssekretär Andre Baumann Gast in Rust gewesen. Zunächst stand ein Besuch des Naturzentrums am Allmendsee an, bevor es in den Europa-Park ging.

Rust. Bürgermeister Kai-Achim Klare begrüßte Baumann, der gemeinsam mit der Grünen-Landtagsabgeordneten Sandra Boser nach Rust gekommen war und stellte Aufgaben und Ziele des Naturzentrums Rheinauen vor. Baumann war nach eigenen Angaben bereits mehrmals in Rust, um sich über die Entwicklung der Gemeinde, des Europa-Parks und der Maßnahmen zu Natur-, Arten- und Landschaftsschutz zu informieren. Zuletzt hatte sich Baumann vor rund drei Wochen zusammen mit der Finanzstaatssekretärin Gisela Splett ein Bild über den Stand der Ersatzwiesenwässerung, einer ökologischen Ausgleichsmaßnahme zum Bau des dritten Tiefbrunnens, gemacht.

"Wir haben hier klein angefangen", sagte Klare zum Naturzentrum. Der Grundgedanke sei, Menschen jeden Alters für Naturschutz zu sensibilisieren. Umweltpädagogik, Naturschutz und Forstwirtschaft seien die Schwerpunkte. Durch die Kooperation mit Schulen werde besonders Kindern die Werthaltigkeit der Schutzgebiete Taubergießen und Elzwiesen nahe gelegt. Im vergangenen Jahr hätten 30 456 Besucher das Naturzentrum besucht, mehr als die Hälfte (18 314) seien Schüler gewesen, die im Bereich der Umweltpädagogik unterrichtet wurden, sagte Klare.

Mit dem erst kürzlich installierten Naturschutzzentrum im einstigen Zollhaus bei Kappel, das von der Biologin Bettina Saier geleitet wird, werde "Naturschutz in reinster Form" praktiziert. Ziel sei auch, die Besucherströme besser zu lenken. Die Zusammenarbeit mit den Fach- und Naturschutzbehörden sowie dem Europa-Park habe sich bewährt, die interkommunale Zusammenarbeit wolle man noch intensivieren, so Klare.

Die Elzrenaturierung sei eines der großen Projekte, das seit sechs Jahren gemeinsam umgesetzt werde. Beim artenschutzrechtlichen Ausgleich in der Fläche für bedrohte Tierarten stoße man mitunter auf Probleme, stellte Klare fest.

"Mit den Schutzgebieten Taubergießen und Elzwiesen haben wir einen Schatz, den es in Süddeutschland kein zweites Mal gibt", sagte Baumann und lobte das außergewöhnliche Engagement der Mitarbeiter des Zentrums und der vielen Unterstützer. Bei einem Gang durch den Klimawandelgarten und auf den Aussichtsturm bei etwa 30 Grad, bemerkte Baumann, dass der Klimawandel bereits angekommen sei und damit auch die Landschaft verändern werde. Die Zunahme der Wetterextreme nach oben sei deutlich spürbar, so Baumann.

Das Naturzentrum Rheinauen steht nach eigenen Angaben "für mehrfach preisgekrönte Umweltpädagogik, zukunftsorientierten und umfassenden Naturschutz und nachhaltige Forstwirtschaft". Grundlage der Arbeit ist die Naturlandschaft in und um Rust. Dazu gehören unter anderem auch zwei Schutzgebiete – das Naturschutzgebiet Taubergießen und das Landschaftsschutzgebiet Elzwiesen. Besonders der Bereich der Umweltbildung und Umwelterziehung ist Schwerpunkt des Naturzentrums. Das Team hält Programme für Kindergärten und alle Klassen, aber auch für Jugend- und Erwachsenengruppen bereit.

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