Interimsmensa in Rust Am ersten Tag gibt’s "Erdbeertraum"

Pünktlich zum Start nach den Pfingsferien ist die Schulmensa der Grund- und Gemeinschaftsschule Rust umgezogen: Gegessen wird vorübergehend im Pfarrheim St. Michael. Der bisherige Standort, die alte Rheingießenhalle, wird jetzt abgerissen.

Rust. Auf Antrag der Gemeinde hat die katholische Seelsorgegemeinde Rust den Pfarrsaal zur Verfügung gestellt. Der Stiftungsrat stimmte der kostenlosen Überlassung zu. Lediglich die Nebenkosten werden der Gemeinde in Rechnung gestellt. Bis zum Beginn der Sommerferien am 29. Juli wird der Betrieb probeweise stattfinden. Sollte sich die Interimslösung bewähren, wird eine längerfristige Nutzung in Aussicht gestellt. Geplant ist, die Mensa im neuen Bürgerhaus unterzubringen. Weil dessen Bau wegen der aktuell schwierigen Finanzlage der Gemeinde auf unabsehbare Zeit verschoben wurde, brauchte es nun eine Interimslösung.

Zunächst gehen rund 30 Grundschulkinder an Schultagen gegen 13.15 Uhr zu Fuß in Begleitung der Lehrerinnen – und mit Schutzmaske – von der nahegelegenen Schule zum Mittagstisch ins Pfarrheim. Am ersten Tag wurden sie von den beiden Mitarbeiterinnen Marita Mutschler und Judith Kohlmann empfangen. Bemerkenswert diszipliniert verhielten sich dabei die Mädchen und Jungen. Am Montag gab es ein klassischen Kinder-Lieblingsgericht: Spaghetti mit Tomatensoße und zum Nachtisch einen "Erdbeertraum". Das Mittagessen für die Grundschulkinder wird von der "Zwergenküche" aus Rheinhausen fertig in Thermobehältern angeliefert. Für die weiterführenden Klassen wird das Mittagessen von der örtlichen Metzgerei Alexander Fix gebracht. Dies ist derzeit noch ausgesetzt, weil noch kein vollständiger Regelunterricht stattfindet.

Wenn die Mensa für alle Klassen geöffnet ist, kommen in der Regel rund 140 Schüler zum Mittagessen, sagte Marita Mutschler, die von Beginn an in der Mensa tätig ist. Dann wird in Etappen gegessen: um 12.30, 13 und 13.30 Uhr. Die Ruster Metzgerei achtet dabei auf die Essenswünsche der Kinder. Zu Beginn jeden Schuljahres werden die Menü-Wünsche in einer Wunschbox gesammelt, die dann bestmöglich umgesetzt werden. Zu den Topgerichten der Grundschüler gehören Nudelgerichte und Schokoladenpudding, berichtet Judith Kohlmann.

Blick auf die alte Rheingießenhalle: Noch ist nicht viel zu sehen am offiziell ersten Tag des Rückbaus und Abrisses direkt neben der Schule, wo danach der Anbau an die bestehende Schule sowie ein Erweiterungsbau entstehen werden. Die Bagger haben sich noch nicht positioniert, denn zunächst müssen alle technischen Anlagen ausgebaut werden.

Schon seit geraumer Zeit sind mit dem stetigen Wachsen die Räme der Gemeinschaftsschule – und des kommunalen Kindergartens – nicht mehr ausreichend, so dass die Erweiterung unumgänglich ist. Seit einigen Jahren schon beschäftigte sich Verwaltung und Gemeinderat mit der Rheingießenhalle. Sanierung oder Neubau, um diese zwei Themen wurde mit Planern und Architekten gerungen. Letztlich waren es zwei Argumente, die den Ausschlag für einen Neubau gaben: Eine Sanierung wurde besonders wegen der zu erwartenden hohen Kosten für Brandschutz und energetische Maßnahmen verworfen. Außerdem bot sich der frei werdende Platz für die Schule an. Zwischenzeitlich steht die neue Rheingießenhalle, auch wenn sie wegen der Corona-Pandemie nur bedingt genutzt werden kann.

Der Ruster Gemeinderat verabschiedete sich im Rahmen seiner Sitzung am Montagabend offiziell von der alten Rheingießenhalle. Viele Erinnerungen der Ruster Bürger werden wach, nachdem die alte Halle nach knapp 60 Jahren nun bald verschwunden sein wird. Architekt Erich Berblinger plante im Jahr 1962 im Zuge der damaligen Schulhauserweiterung den ersten kleineren Hallenteil, 1980 erfolgte der größere Anbau. Die Halle erlaubte Veranstaltungen mit bis zu 1000 Besuchern. Besonders wird man sich an die großen Veranstaltungen an Fastnacht, an die Theateraufführungen des MGV, sowie an die Konzerte der Musikkapelle und des MGV sowie an viele Schul- oder Sportveranstaltungen erinnern. Die Gemeindeverwaltung hat die Einwohner bereits gebeten, die Erinnerungen schriftlich festzuhalten, um diese in einem großen Album "Alte Rheingießenhalle" für die Gemeinde zu sammeln.

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