Ringsheimer Bürgerentscheid Jetzt spricht der Kreisfeuerwehr-Chef

 Foto: Lahrer Zeitung

Ringsheim - Soll das Ringsheimer Gerätehaus wie von Feuerwehr und der Mehrheit des Gemeinderats gewünscht an die Kahlenberghalle oder an den Grasweg, wie es die Bürergerinitiative vorschlägt? Anlässlich des am Sonntag bevorstehenden Bürgerentscheids meldet sich nun Michael Wegel, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Ortenau, zu Wort. "In der jüngsten Broschüre der Bürgerinitiative sind Dinge zu lesen, die wir nicht so im Raum stehen lassen wollen und die so einfach nicht richtig sind", sagt er gegenüber der Lahrer Zeitung.

"Mit großem Befremden verfolgen wir die unsachliche und teilweise polemische Diskussion rund um die Standortfrage eines neuen Feuerwehrhauses in Ringsheim", erklärt Wegel im Namen des Feuerwehrverbands Ortenaukreis, der derzeit knapp 10. 000 Feuerwehrangehörige in 51 Gemeinde und elf Werkfeuerwehren vertritt.

Dabei geht es Wegel vor allem um zwei Behauptungen der BI und ihrer Vertrauensperson Joachim Pfeffer. So ist in der Broschüre bezüglich des Feuerwehrhauses zu lesen: "Die Ringsheimer Feuerwehr hat laut Angaben der Gemeindeverwaltung statistisch betrachtet einen Einsatz im Monat! Meistens ein Kleineinsatz für technische Hilfsleistung. Fallen Großeinsätze an, dann ist die Gemeindefeuerwehr hierfür nur bedingt ausgestattet, die Feuerwehren aus Ettenheim, Lahr und Rust müssen Überlandhilfe leisten und in Ringsheim das Geschehen in die Hand nehmen."

Feuerwehren sollen sich gegenseitig helfen

Diese Behauptungen seien "ein Schlag ins Gesicht einer jeden Feuerwehrfrau und eines jeden Feuerwehrmannes in der Ortenau", erklärt Wegel. Denn im Brandfall würden eben nicht ortsfremde Feuerwehren das Heft in die Hand nehmen – auch nicht in Ringsheim: "Die örtlich zuständige Gemeindefeuerwehr wird zu jedem Zeitpunkt eines Einsatzes für den Einsatz verantwortlich bleiben. Nur die feuerwehrtechnische Aufsicht kann unter bestimmten Voraussetzungen einen Einsatz übernehmen", betont er. Selbstverständlich sei es gewünscht und notwendig, dass ich die Feuerwehren gegenseitig Hilfe leisten. In den Bedarfsplänen würden solche Überlegungen regelmäßig berücksichtigt. Zudem betont er, die Ringsheimer Wehr sei "eine gut aufgestellte Feuerwehr zum Schutz aller Einwohner, einer aufstrebenden Gemeinde, und darüber hinaus."

Auch die Behauptung der BI, dass die Feuerwehren mittelfristig "zentralisiert beziehungsweise berufsmäßig organisiert" würden, "um Kosten zu sparen und die ständige Einsatzfähigkeit sicherzustellen", stößt Wegel sauer auf: "Deutschland lebt von ehrenamtlichen Strukturen in den Hilfsorganisationen.

Die Aussage, unsere Feuerwehren würden mittelfristig zentralisiert und professionalisiert, um dann auch noch Kosten zu sparen, entbehrt jeglicher Grundlage", erklärt Wegel, der nicht nur Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, sondern unter anderem auch Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes, stellvertretender Kreisbrandmeister und Kommandant in Achern ist. "Die Personalkosten der Gemeinden würden in die Millionen gehen, um einen sicheren Brandschutz rund um die Uhr gewährleisten zu können. Wir brauchen ein gesundes und motiviertes Ehrenamt", erklärt er. Dass dieses Ehrenamt in der Breite durch hauptamtliches Personal unterstützt werden müsse, stehe außer Frage: "Aber ohne ehrenamtliches Engagement geht es nicht."

In Bezug auf den Sonntag, hat er vor allem den Wunsch, dass das Ergebnis des Bürgerentscheids dann von allen auch akzeptiert werde und "alle gemeinsam für einen Aufbruch mit einem neuen Feuerwehrhaus sorgen".

Plakat zieht um

Die Freiwillige Feuerwehr hat an verschiedenen Orten Plakate in Ringsheim aufgestellt, auf denen sie dafür wirbt, mit "Nein" zu stimmen", um den Feuerwehr-Standort an der Kahlenberghalle zu unterstützen. BI-Initiator Joachim Pfeffer wies nun Bürgermeister und Presse daraufhin, dass das Plakat am Rathaus bis Sonntag entfernt werden müsste, da eine unmittelbare Beeinflussung der Bürger vor dem Betreten des Wahlraums nicht zulässig sei. Das sei in der Gestattung der Aufstellung auch so vereinbart gewesen, erklärte der stellvertretende Kommandant Volker Kern. Das Plakat wird am heutigen Freitagabend in die Rathausstraße/Ecke Hausener Straße zu umziehen.

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