Ringsheim Zweisprachige Sinfonie zum Jubiläum

Vor 25 Jahren entstand die Gemeindepartnerschaft zwischen Ringsheim und dem französischen Albigny-sur-Saône. Am Wochenende wurde das Jubiläum gemeinsam gebührend gefeiert. 121 Bürger aus Albigny waren angereist, darunter 25 Kinder.

Ringsheim. Sicherheitshalber wurde die Begrüßung angesichts drohenden Regens am Samstag vom Rathausplatz ins Foyer der Kahlenberghalle verlegt. Dort sorgten zu Getränken und Häppchen der Spielmannszug und die Musikkapelle Ringsheim gemeinsam unter Leitung von Frederic Obergföll für beste Töne, gesanglich auch der Seniorenchor mit Leiterin Angelika Heumann und Dirigent Udo Goldschmidt. Der Chor stellte sogar eine neue, zweisprachige "Sinfonie der Partnerschaft" als Jumelage-Hymne vor, getextet von Martina Hog, vertont von Udo Goldschmidt: "Albigny liegt an der Saône und Ringsheim nah am Rhein...". Und: "Wir haben uns ein Band gewebt, für eine Freundschaft, die nun lebt."

Nach der Begrüßung konnten sich die Gäste erst mal in ihren zumeist privaten Unterkünften von der 450 Kilometer langen Anfahrt erholen. Entspannt und in bester Stimmung sah man sich abends im Bürgerhaus zum Festakt mit Abendessen wieder.

Nach der gesanglichen Eröffnung mit Jasmin Nopper und Michael Sauter schritt Bürgermeister Pascal Weber zur offiziellen Rede. Angesichts Brexit-Chaos, zunehmend rechtspopulistischer Regierungen und der weltpolitischen Lage sei es ganz besonders wichtig, Europa zu stärken, gemeinsam handelnd und auftretend. Eben auch mit lebendigen Partnerschaften, von unten gewachsen und nicht nur formal geschlossen. Yves Chipier, einer der Stellvertreter von Albignys Bürgermeister Jean-Paul Colin, überbrachte dessen Grüße und Zuversicht, noch mehr Bürger in die Partnerschaft mit einzubinden als ohnehin schon.

Nach dem Fest-Menü wirbelte das Showballett des Europa-Parks über die Bürgerhaus-Bühne. Honorarkonsul Michael Mack lobte ebenfalls die lebendige Jumelage als vorbildlich, bevor die Tanzband "On-Air" dazu einlud, sich nach dem Festessen die Beine zu vertreten.

Am Sonntagvormittag besichtigte die Gast-Gruppe Rathaus, Kirche und Kindertagesstätte, bevor sie sich im Nieselregen auf den Fußweg durch Rebhügel zum Grillplatz am Kahlenberg machte. Dort wartete schon ein Aperitif auf sie, anschließend füllte sich das Bürgerhaus wieder zum gemeinsamen Mittagessen, auch mit vielen Ringsheimern. Nochmals spielte die Musikkapelle auf, die Gruppe "Albigny Danse" begeisterte mit Country-Tänzen.

Versammlungsraum wird getauft

Vor der Rückreise wurde noch ein oft genutzter Versammlungsraum im Bürgerhaus feierlich auf den Namen der Partnergemeinde umgetauft. Dort haben nun neben vielen Fotos auch alle Gastgeschenke der vergangenen 25 Partnerschaftsjahre in einer Vitrine Platz gefunden, samt Original-Jumelage-Urkunde und dem neuesten Gastgeschenk, einem historischen Ansichts-Foto von Albigny mit seinem Schloss. Dann galt es, einen langen, herzlichen Abschied zu nehmen. A bientot – bis bald!

Im Jahr 1990 kamen erstmals Gäste aus Albigny nach Ringsheim. Drei Jahre später wurde die Gemeindepartnerschaft in Albigny von den damaligen Bürgermeistern Henri Saint-Pierre (Albigny) und Heinrich Dixa (Ringsheim) offiziell besiegelt; im Jahr darauf dann noch einmal in Ringsheim. Seitdem haben zahlreiche Begegnungen von Vereinen, Organisationen, Schulen und Bürgern die Jumelage mit Leben erfüllt. Und sind viele persönliche Freundschaften zwischen Menschen aus den beiden Gemeinden entstanden. Das bestätigten auch Marie-Helène Maier für das Partnerschaftskomitee in Albigny und Christa Mutz als Ringsheimer Vorsitzende des Freundeskreises für Gemeindepartnerschaften am Festwochenende.

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