Ringsheim "Wenig Orte, die so lebendig sind"

Die Feier zum 50-jährigen Bestehen der Karl-Person-Schule hat im Zeichen des Rückblicks ins Jahr 1967 gestanden, als die ersten Schüler in das neue Gebäude einzogen. Passend dazu griffen die Kinder in ihren Beiträgen die bunte Flower-Power-Zeit auf.

 

Ringsheim. Ein Duo mit Daniela Kindilide (Panflöte) und Susanna Nyari (Piano) setzte diese Zeit mit Liedern der Beatles und von Elvis Presley musikalisch gekonnt um. Rektor Alexander Brucher begrüßte beim Empfang im Foyer viele Gäste, die ehemals als Schulleiter, Lehrer, Schüler, Bedienstete im Gebäude beschäftigt waren, ebenso Bürgermeister Heinrich Dixa und die Gemeinderäte. Vom Schulamt in Offenburg war Veronika Schönstein, Vertreterin der Grundschulen, zu Gast in Ringsheim.

Brucher machte einen kurzen Exkurs in die Anfänge der Schulbildung in Ringsheim, die bis ins Jahr 1625 reichen (wir berichteten). 120 Jahre lang war die Schule im jetzigen Rathaus. Ein Architektenwettbewerb 1962 war der Startschuss für die neue Schule, die 1967 gebaut wurde. Die erste Klasse habe 26 Schüler gehabt, so viele werden auch in diesem Jahr eingeschult. Bis 2004 gab es eine Kooperation mit der Schule Rust. Heute ist in Ringsheim nur noch die Grundschule, 2011 wurden wurde die letzte Hauptschulklasse verabschiedet. "Es gibt wenig Orte, die so lebendig sind wie die Schule", bemerkte Brucher.

Glückwünsche überbrachte Dixa, der für die immer gute Zusammenarbeit zwischen der Schule und der Gemeindeverwaltung dankte. Vor dem Bau habe das Gelände erst erworben werden müssen und als es mit dem Bau losging, sei es dem Gemeinderat nicht schnell genug gegangen, sagte Dixa. Rund zwei Millionen Mark habe der Bau der Schule gekostet, "viel Geld damals", bemerkte der Bürgermeister. Rund zwei Millionen – dieses Mal aber Euro – habe eine große Renovierung gekostet.

Die Integration von nichtdeutschen Schülern sei inzwischen ein wichtiger Aspekt, welchem die Schule Rechnung trage. Dass viele das Gebilde Schule schultern, sei der Wesensgehalt einer funktionierenden Gesellschaft, bemerkte Dixa.

Nach der offiziellen Feier wurden in den Klassenräumen und auf dem Schulhof die Ergebnisse der Projektwochen bestaunt. In einem Saal wurde der Film "Dschungelbuch" aus dem Jahr 1967 mit einem Schattenspiel dargestellt, musikalisch von einer Flötengruppe begleitet. Eine Collage aus Zeitungsberichten erinnerte an die Ereignisse des Jahres 1967. Eine Ausstellung von selbst gemachten Lavalampen, Figuren und Comiczeichnungen machte dies deutlich. Viele ehemalige Schüler fanden sich auf alten Abschlussbildern wieder. Großen Spaß bereitete sowohl Kindern als auch Besuchern die Modenschau mit selbst genähten oder bedruckten Kleidern der 60er-Jahre auf einem improvisierten Laufsteg auf dem Schulhof. Die vier jahrgangsgemischten Familienklassen gibt es in Ringsheim seit mehr als zehn Jahren. Die ehemalige Lehrerin der Schule, Gisela Frank, war eine der treibenden Kräfte für die neue pädagogische Ausrichtung.

INFO

Lob von oben

Veronika Schönstein vom Schulamt Offenburg lobte die besondere Schulpädagogik der Familienklassen in Ringsheim, mit der Individualisierung des Unterrichts und hohen Wertschätzung der Kinder. Die zunehmende Digitalisierung erfordere in der Grundschule noch mehr den sozialen Austausch. Ringsheim erziele dabei als kleine Grundschule bemerkenswerte Ergebnisse.

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