Ringsheim Viele Legenden ranken sich um die Johanneskapelle

Peter Brodmann (links), stellvertretender Vorsitzender des Kulturkreises Ringsheim, berichtete am Tag des offenen Denkmals über Legenden, die sich das Gotteshaus ranken. Foto: Mutz Foto: Lahrer Zeitung

Ringsheim. Der Kulturkreis Ringsheim informierte am Tag des offenen Denkmals über die lange Geschichte der Ringsheimer Johanneskapelle östlich der alten B3.

Auch diese Geschichte enthält Legenden und Mythen, die sich im Lauf der Jahrhunderte gebildet haben. So war es im Volksmund der "Kindlesbrunnen", aus dem die Hebamme die kleinen Kinder holte. Peter Brodmann, zweiter Vorsitzender des Kulturkreises, gab den Besuchern einen Einblick in die lange Geschichte des ältesten kirchlichen Denkmals in Ringsheim. Die Kapelle, die erst kürzlich unter der Leitung des Kulturkreises erneut restauriert wurde, wurde im Jahre 1670 über einer Quelle erbaut. Die Quelle wurde erfasst und speist schon lange den sogenannten Ochsenbrunnen, weil er gegenüber dem früheren Gasthaus Ochsen erbaut wurde.

Vermutlich wurde über dieser Quelle bereits im 13. Jahrhundert eine kleinere Kapelle erbaut und dem heutigen Kirchenpatron Johannes dem Täufer gewidmet. Das jetzige Gebäude ist nur ein späterer Neu- oder Umbau. In seinem Ursprung geht die Kapelle wahrscheinlich auf die früheste christliche Zeit zurück, wenn nicht gar Zusammenhänge mit einstigen heidnischen Heiligtümern bestehen. Denn an deren Stelle wurden wiederholt Grabstätten aus alemannischer Zeit gefunden.

Schon die Vorfahren erkannten die Heilwirkung des mineralhaltigen Wassers, das auch als Taufwasser benutzt wurde. Das Wasser galt als Heil bringend gegen Augenleiden und Fieberanfälle. Der Chorbogen in der Kapelle trägt die Jahreszahl 1670, ferner die Buchstaben S.M.M – J.D.P. Sie weisen vermutlich auf den damaligen Pfarrer Johannes Dietrich und den Stifter Michel Mutschler hin.

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