Ringsheim Ringsheim trauert um Karl Weber

Karl Weber ist am Montag im Alter von 96 Jahren verstorben. Foto: Mutz

Ringsheim - Der ehemalige ringsheimer Gemeinderat Karl Weber ist am 17. Mai im Alter von 96 Jahren verstorben. Er war in Ringsheim ein geschätzter Bürger und genoss in der Gemeinde hohes Ansehen. Die Trauerfeier mit Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt.

Seit seiner Geburt am 8. April 1925 wohnte Karl Weber in der Herrenstraße und wuchs im landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern mit Tabakanbau und Viehhaltung in der Herrenstraße auf und war fortan Landwirt aus Leidenschaft.

Nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahre 1946 führte er mit seiner Mutter und deren Cousine die Landwirtschaft weiter. Von 1931 bis 1938 besuchte er die Volksschule und anschließend die Landwirtschaftsschule in Ettenheim. Dankbarkeit erfüllte Weber oft, dass er die Wirren des Krieges gut überstanden habe und nach einem langen Fußmarsch von Görlitz 1945 wieder nach Hause kommen konnte.

Mit Jugendliebe das große Los gezogen

Im Jahre 1951 heiratete Karl Weber seine Jugendliebe Hedwig, geborene Weber, die nur einhundert Meter von ihm entfernt wohnte. Mit ihr habe er das große Los gezogen, sagte er oft im Gespräch bei Geburtstagen oder anderen Anlässen.

Das Ehepaar hatte zwei Kinder, eine Tochter und einen Sohn, der von seinem Vater die Landwirtschaft übernahm. Am 10. April 2016 feierte das Ehepaar nach 65-jähriger Ehe die Eiserne Hochzeit. Im Dezember 2018 verstarb Hedwig im Alter von 89 Jahren.

Der Berufsalltag des Verstorbenen war auch im hohen Alter durch den Weinbau und das Schnapsbrennen bestimmt. Sein Arbeitsplatz waren früher die Reben im Berg und in den Wintermonaten sein "Brennhisli" in der Herrenstraße.

Beim Schnapsbrennen galt Weber als Experte. In der kalten Jahreszeit stand er oft am kupferglänzenden Brenngeschirr und überwachte akribisch die Destillation. Seine wichtigste Lektüre dabei war die Bauernzeitung.

Unter den Bürgermeistern Rudolf Biehler und Ludwig Greber gehörte Karl Weber 20 Jahre lang dem Ringsheimer Gemeinderat an. Man sei damals im Umgang miteinander nicht zimperlich gewesen und es sei oft vorgekommen, dass einer übel schimpfend die Sitzung verließ, wie Weber einmal erzählte.

40 Jahre lang war er Aufsichtsrat bei der Raiffeisenbank und 30 Jahre lang Vorsitzender der Elzwiesen-Wässerungsgesellschaft. Beim MGV Ringsheim war er Ehrenmitglied. Die Erhaltung und Pflege des Naturschutzgebiets Elzwiesen war für Weber ein großes Anliegen, das heute sein Sohn Martin weiterverfolgt.

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