Ringsheim Ringsheim plant Ganztagesbetreuung

In der Kita St. Johann Baptist in Ringsheim stehen umfangreiche Veränderungen an. Archivfoto: Ehrlich Foto: Lahrer Zeitung

Ringsheims Nachholbedarf in Sachen Kinderbetreuung wird weniger: Ab dem 1. September soll es ein Ganztagesangebot für über Dreijährige geben. Das hat personelle, finanzielle und bauliche Folgen.

Ringsheim. Dass die Situation für junge Familien im Ort besser sein könnte, hat Pascal Weber schon aus der Ferne erkannt. Vor seinem Amtsantritt im Dezember 2017 erklärte er im Falle seiner Wahl, sowohl an der Grundschule als auch am Kindergarten eine Ganztagesbetreuung einrichten zu wollen. Für die Kita hat das Rathaus nun ein Konzept ausgearbeitet. Am kommenden Dienstag (ab 19 Uhr im Rathaus) liegt es dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vor.

Was ist geplant?

Die Einführung einer gemischten Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten und Ganztagesbetreuung (45 Stunden pro Woche). Dazu muss eine bestehende Regelgruppe umgewandelt werden, was Auswirkungen auf die Gesamtzahl der Betreuungsplätze im Ringsheimer Kindergarten hat: Je nach Nachfrage nach Ganztagesbetreuung – maximal 25 Plätze – stünden künftig 115 bis 120 Plätze zur Verfügung, zwischen drei und acht weniger als bislang.

Welche Auswirkungen ergeben sich beim Personal?

Derzeit besteht ein Personalbedarf von 12,44 Stellen (inklusive Freistellung der Kita-Leitung). Der Personalschlüssel würde durch das neue Angebot um 1,22 Fachkräfte auf 13,66 Stellen steigen.

Was muss sich in den Räumen ändern?

Dazu gab es laut Gemeindeverwaltung bereits Gespräche mit Kita und Caritasverband. Ergebnis: Für den Ganztagesbetrieb braucht es einen Raum mit Kleingruppen- und Schlafzimmer. Umgebaut werden soll der Raum der sogenannten gelben Gruppe im Obergeschoss. Nötig sind neben neuer, ausreichend gedämmter Wände, eine Absicherung des Treppenhauses im Altbau, der Einbau eines Waschbeckens sowie die Schaffung eines abtrennbaren Essbereichs.

Wie teuer werden die Plätze für Eltern?

Die Ganztagesbetreuung soll für eine Ein-Kind-Familie 376 Euro kosten (Zwei-Kind-Familie: 280 Euro; Drei-Kind-Familie: 190 Euro). Diesen Beiträgen liegt die Empfehlung von Kirchen und kommunalen Landesverbänden zugrunde. Dazu wurde eine Erhöhung vom aktuellen auf das kommende Kindergartenjahr um drei Prozent angenommen. Auch bei den anderen Betreuungsformen sollen künftig die landesweiten Vorschläge angewandt werden, was in den meisten Fällen zu höheren Kosten führen würde.

Welche finanziellen Auswirkungen ergeben sich für die Gemeinde?

Wie hoch die (Zusatz-)Belastung für die Gemeinde sein wird, lässt sich schwer sagen, weil das Land im Bildungsbereich derzeit an mehreren neuen Zuschussgesetzen bastelt. Fest steht: Allein beim Personal entstehen Mehrkosten von rund 65 000 Euro. Dazu kommt der Umbau für geschätzte 25 000 Euro. Auf der Habenseite rechnet man im Rathaus mit Zusatzeinnahmen durch Landesförderungen (30 000 Euro) und Elternbeiträge (7000 Euro). Zudem will die Gemeinde Eltern, die ihre Kinder in auswärtige Kitas schicken – aktuell sind es acht über Dreijährige –, davon überzeugen, künftig das Ringsheimer Angebot zu nutzen. So käme man um den zu Jahresbeginn eingeführten kommunalen Zuschuss herum. Kosteneinsparpotenzial: rund 26 000 Euro.

Unabhängig von den baulichen Änderungen für die Ganztagesbetreuung soll die Ringsheimer Kita dieses und kommendes Jahr weiter saniert werden. Unter anderem schlägt die Verwaltung den Einbau von Schallschutz, LED-Lampen und eines Linoleumbodens ("rote Gruppe" und Personalraum) vor. Im Haushalt 2019 stehen 25 000 Euro bereit, aktuelle Kostenschätzungen des Ruster Architekturbüros Faas liegen bei 37 000 Euro. Die Verwaltung empfiehlt dennoch, wie vorgeschlagen zu sanieren.

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