Ringsheim Ringsheim muss auf Bauland verzichten

 Foto: Archiv - Mutz

Ringsheim - Das Baugebiet "Europa-Feld I" in Ringsheim kann nun definitiv entwickelt werden, der Gemeinderat machte am Dienstag per Satzungsbeschluss einen Knopf drauf. Doch man muss im Gegenzug eine bittere Pille schlucken.

Baufläche fehlt an anderer Stelle 

Damit aus Feldern westlich der alten B 3 ein Wohngebiet werden kann, muss an anderer Stelle Baufläche aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen werden – so will es der Regionalverband. Das ist unschön für die Eigentümer von Flächen in der "Oberen Limbach III" auf der gegenüberliegenden Seite der Straße.

Florian Broßmer (FW) machte aus seinem Ärger keinen Hehl: "Warum hat das der Gemeinderat nicht gewusst?" fragte der Neu-Gemeinderat. Er habe sich sämtliche Unterlagen angeschaut, aber keinen Hinweis auf die nun kommunizierte Maßnahme gefunden. Bürgermeister Pascal Weber und Planer Holger Fischer verwiesen auf die Offenlage, die dem Satzungsbeschluss voranging. Erst da habe sich die Behörde entsprechend geäußert. "Als wir mit den Grundstückseigentümern vom ›Europa-Feld I‹ verhandelten, war es nicht klar, jetzt sagt der Regionalverband dass wir aus der ›Oberen Limbach III‹ Flächen herausnehmen müssen", so Bürgermeister Weber. "Diese Vorgehensweise ist so üblich", ergänzte Fischer. An der Position des Regionalverbands gebe es nichts zu rütteln.

Gemeinde weist zu viel Fläche aus 

Dieser hat laut Vorlage den Ringsheimer Bedarf an Wohnbaufläche ermittelt – Grundlage ist die Berechnungsmethode des Regionalplans 2017 – und kam zu dem Ergebnis, dass die Gemeinde mit dem neuen Baugebiet mehr Fläche ausweist, als ihr zusteht. Deshalb müsse andernorts gestrichen werden. Das ist Gesetz, auch wenn die Nachfrage anderes sagt. Laut Vorlage zum Bebauungsplan interessieren sich 151 Bauwillige für 47 Grundstücke. Die Zahl dürfte überholt sein, Bürgermeister Weber hat in den vergangenen zwei Wochen mehr als 20 weitere Anfragen bekommen, wie er eingangs gesagt hatte.

Dass die Streichung der Flächen der Gemeinde nur bedingt wehtut, brachte neben Rathauschef und Planer auch Martin Weber (CDU) zur Sprache: "Wir legen Flächen still, die die Eigentümer nicht verkaufen wollten." Damit erinnerte er an die Verhandlungen zwischen Eigentümern aus der "Oberen Limbach III" und der Gemeinde, die im Frühjahr dieses Jahres (vorerst) gescheitert waren, weil sich beide Seiten nicht auf einen Preis einigen konnten (wir berichteten). Als Sprecher der Eigentümer trat damals Rechtsanwalt Konrad Broßmer auf, einst selbst Gemeinderat und Vater von Florian Broßmer.

Auch Wolfgang Weber (CDU) verteidigte die Verwaltung. Er fühlte sich "gut informiert". Zudem könne man die Fläche, die man nun verliere, in zehn bis 15 Jahren wieder "zurückbekommen". Ähnlich äußerte sich auch Thomas Maurer (CDU). In Zukunft wäre es möglich, die ganze "Obere Limbach III" voll zu entwickeln.

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