Gute Aussichten für Lahrer Güterverkehrsterminal Politik macht gehörig Druck auf die Bahn

Treffen am Ringsheimer Bahnhof (von links): Christoph Klenert (DB-Netze), SPD-Bundestagsabgeordneter Johannes Fechner, Bürgermeister Pascal Weber und SPD-Bundestagsfraktionsvize Sören Bartol Foto: Mutz

Ringsheim - Ringsheim wird zunehmend zum Treffpunkt von Entscheidungsträgern der Bahn und aus der Politik, nicht zuletzt durch die Verknüpfung mit dem Europa-Park. Mit dem Rheintalbahn-Ausbau soll der Ort zu einem zentralen Knotenpunkt werden.

Zu einem weiteren Info-Gespräch trafen sich nun zunächst am Bahnhof und danach im Rathaus Bürgermeister Pascal Weber, SPD-Bundestagsabgeordneter Johannes Fechner, der SPD-Bundestagsfraktionsvize Sören Bartol und Christoph Klenert von der DB-Netze.

Fakt ist inzwischen, dass aus zwei zukünftig acht Gleise über Ringsheimer Gemarkung führen werden, einschließlich der Überholgleise von Orschweier bis Kenzingen. Vier Gleise an der Bestandsstrecke für Schnellzug- und Regionalverkehr und weitere vier Gleise als Güterzugtrassen an der Autobahn. Bis zum Jahr 2035 sollen die Gleise an der Autobahn liegen. Danach sollen im Zeitraum von rund fünf Jahren die Gleise an der Bestandsstrecke neu gebaut werden. Danach ist für Ringsheim ein ganz neuer leistungsfähiger Bahnhof vorgesehen.

20 Jahre Übergangszeit

Für die 20-jährige Übergangszeit soll der Bahnhalt Ringsheim/Europa-Park zu einem sogenannten multimodalen Mobilitätsknoten umgebaut werden, wie Rathauschef Weber informierte. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. 360 000 Euro sind veranschlagt, das Land schießt voraussichtlich rund 277 000 Euro zu.

Bahnvertreter Klenert zeigte anhand einer Grafik auf, wie komplex das Projekt "Ausbau und Neubaustrecke Karlsruhe-Basel" ist. Viele Brücken und Anschlüsse seien neu zu bauen. Eine Unmenge von Einwendungen und Vorschläge von Initiativen, und womöglich auch Klagen, seien zu berücksichtigen, sagte Klenert: "Wir wollen in Ruhe arbeiten, eine substanzielle Arbeit wird immer schwieriger." Die Beteiligung der Bürger sei für die Bahn wichtig.

Für Sören Bartol geht indes alles viel zu lange, wie er mehrmals betonte, im Zweifel müsse eben der Bund mehr Geld zur Verfügung stellen. Man müsse den Hebel umlegen, man habe schließlich die Beschlüsse. Klenert dazu: "Es gibt keinen Königsweg für das Verfahren. Glauben Sie mir, dass wir uns darüber viele Gedanken machen." Die Politik macht also gehörig Druck auf die Bahn.

Lahrer Güterverkehrsterminal auch von der Bahn unterstützt

Gute Aussichten bestehen inzwischen für das geplante Güterverkehrsterminal auf dem Lahrer Flugplatzareal, wie sowohl Johannes Fechner als auch Klenert bestätigten. Der von der Stadt Lahr geforderte Bau eines Abzweigs von der Autobahnparallele zum Flugplatz werde inzwischen auch von der Bahn unterstützt, sodass weitere Gespräche geführt werden können. Damit sei nun Klarheit geschaffen. "Mit der Zusage der Bahn wird das Terminal in Lahr kommen", ist sich Fechner sicher. Fechner wies auch darauf hin, dass es auch internationale Verpflichtungen gebe. So die Anbindung der Rheintalbahn an den wichtigen nördlichen Zubringer der "Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NET)" mit dem Gotthard- und Lötschberg-Basistunnel in der Schweiz.

Die Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe-Basel ist Teil des wichtigsten europäischen Güterkorridors Rotterdam-Köln-Basel-Mailand-Genua. Die Verkehrsachse zwischen Europas größtem Hafen und dem Mittelmeer zählt zu den sogenannten "Transeuropäischen Netzen (TEN)" und wurde von der europäischen Union als vorrangig eingestuft. Diese Strecke soll Europa mit modernster Technik näher zusammenbringen.

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