Ringsheim Parkkonzept für Rust findet Zustimmung

Künftig soll in Rust klar geregelt werden, wo wie lange geparkt werden darf.Grafik: Büro Misera Foto: Lahrer Zeitung

Rust. Die Verkehrssituation in der Tourismusgemeinde Rust ist für viele Bürger längst unbefriedigend. Besonders die Parksituation war in den vergangenen Jahren immer wieder Anlass für Ärger. Dies soll sich bald ändern.

Bekanntermaßen hat die Gemeinde das Ingenieurbüro Misera aus Freiburg mit einem "Parkierungskonzept Dorf" beauftragt. Darin flossen auch Anregungen einer ersten Bürgerbeteiligung im Frühjahr 2019 ein. "Wir haben uns vor längerer Zeit auf den Weg gemacht, die Mobilität in Rust neu zu regeln", sagte Bürgermeister Kai-Achim Klare bei einer weiteren Infoveranstaltung am Mittwoch in der Rheingießenhalle. Eine coronabedingt limitierte Anzahl von rund 50 Bürgern war dabei. Das vorgestellte Konzept bezieht sich ausschließlich auf den öffentlichen Raum. Vom "Masterplan Verkehr", bei dem auch der Europa-Park eingebunden ist und unter anderem Parkdecks vorgesehen sind, ist es weitestgehend unabhängig.

Daniela Misera erläuterte den modifizierten Entwurf, der am Ende im Grundsatz Zustimmung fand. Ziel sei ein einheitliches Leitsystem mit einheitlichen Parkregelungen, verständlich und einprägsam. Bisherige Einzelregelungen sollen überwiegend von Zonenregelungen mit einer Parkzeitbeschränkung von zwei bis drei Stunden in der Zeit von 8 bis 19 Uhr abgelöst werden. "Von bisher zehn Regelungstatbeständen werden noch sechs übrig bleiben", sagte Misera. In den Zonen soll nur auf ausgewiesenen Stellplätzen mit Parkscheiben geparkt werden können.

Keine zeitliche Beschränkung ist nach wie vor beim Friedhof und Kindergarten vorgesehen. Plätze für Wasserpark-Besucher gibt es dort nicht, "Fremdparken" wolle man verhindern. Besonders in Wohngebieten sollen Parkzonen entstehen. Die Hauptverkehrsachsen Karl-Friedrich-, Fischer-, Ritter-, Hindenburg- und, Grafenhausener Straße sollen in die Parkzonen integriert werden. In der Austraße soll ein eingeschränktes Halteverbot, eventuell mit Befreiung für Anwohner, Parken verbieten.

Eigentlich sei die Gemeinde mit rund 900 öffentlichen Parkplätzen gut ausgestattet. Gleiches gelte für die privaten Stellplätze der Bürger, wenn sie denn auch genutzt werden. Ein Problem stelle indes der individuelle Auto- und Busverkehr der Gäste dar. Da sei es wünschenswert, dass mehr mit der Bahn anreisen.

Wohnmobil-Parkplätze seien im öffentlichen Raum nicht vorgesehen, antwortete der Bürgermeister auf die Frage eines Bürgers, Behindertenplätze sollen jedoch bedacht werden. Eine Bürgerin beklagte einen Verdrängungseffekt von der Karl-Friedrich-Straße in das Wohngebiet (Ludwig- und Cleophastraße). Der Wunsch eines Bürgers nach einer Einbahnstraßenregelung sei nicht möglich, das würde das Konzept gänzlich infrage stellen. Ebenso wenig umsetzbar sei der Vorschlag, ein gemeindeeigenen Parkhaus zu bauen. Dieses wäre nicht wirtschaftlich und stünde im Widerspruch zum Konzept des Europa-Parks. Die Erweiterung der Parkzeitbeschränkung beim Sportplatz auf vier Stunden fand nicht die Zustimmung des Bürgermeisters. Für Sporttreibende und Besucher habe man bereits eine Fläche ohne Beschränkung ausgewiesen. Ein Bürger beklagte die "illegale Nutzung" einer Grünfläche des Europa-Parks hinter dem Tipi-Dorf. Mit der Verwirklichung des "Masterplan Verkehr" werde man darauf drängen, dass diese zurückgebaut werde, so Klare. Dem Vorwurf, dass nur an Hotspots kontrolliert werde, widersprach Klare: "Es wird überall kontrolliert." Der Ordnungsdienst sei pro Woche 15 Stunden in Rust unterwegs.

Am Ende der rund andert­halbstündigen Veranstaltung erklärte der Rathauschef, er hoffe, noch in diesem Jahr einen Knopf auf das Konzept machen zu können.

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