Ringsheim Noch gibt es keinen Plan B fürs Gassenfest

Eine Szene von 2019, als das Ringsheimer Wein- und Gassenfest letztmals in gewohnter Form stattfand. Foto: Mutz

Ringsheim - Die Interessengemeinschaft (IG) der Ringsheimer Vereine hat sich am Montag erneut zu einer Videokonferenz getroffen, um über ein Alternativangebot zum Wein- und Gassenfest in der Dorfmitte zu beraten. Die Traditionsveranstaltung, die vom 14. bis 16. August geplant war, wird wegen Corona zum zweiten Mal in Folge nicht wie gewohnt stattfinden. Darüber gab es bereits in der vorangegangenen Konferenz einen gemeinsamen Konsens zwischen dem Vorsitzenden Manfred Weber, Vereinsvertretern und Bürgermeister Pascal Weber.

Ganz abschreiben will man das beliebte Dorffest aber nicht, ein wenig Feiern in abgespeckter Form war das gemeinsame Ziel der Beratung der IG-Mitglieder. Dass die Vereine dabei keine Gewinne einfahren werden, wird in Kauf genommen.

Von Beginn an wurde die Idee des Bürgermeisters eines kleinen zentralen Fests mit einer Laube auf dem Kirchplatz weiterverfolgt. Die Verteilung auf zwei oder drei Wochenenden oder die Entzerrung auf mehrere Standorte wie Rathausplatz, Bürgerhaus, Schule oder Grillplatz waren weitere Lösungsansätze.

Ringsheimer sind sich Verantwortung bewusst

Schnell wurde klar, dass es vieles zu beachten gilt: Zugangsberechtigungen, Hygienekonzept, Organisationsaufwand, Verhältnismäßigkeit – und insbesondere Verantwortung. IG-Vorsitzender Manfred Weber machte deutlich, dass er diese im Zweifel nicht übernehmen werde.

Ähnlich argumentierten auch die Vereinsvertreter. Eine Orientierungshilfe soll die Entscheidung von Nachbargemeinden sein, ob und in welcher Form dort Veranstaltungen geplant sind. Pascal Weber machte deutlich, dass Ringsheim keinen Alleingang machen werde, wenn die Nachbargemeinden ihre Veranstaltungen absagen würden.

Ein weitergehendes Ergebnis konnte auch am Ende der zweiten Videokonferenz nicht erzielt werden. Deshalb einigte man sich auf ein kleineres Gremium von sechs Personen, das bis Juni konkrete und konstruktive Vorschläge für das weitere Vorgehen in die große Runde mit einbringen soll. Dann soll auch eine finale Entscheidung getroffen werden.

Info

Für etliche Vereine bedeutet der Ausfall des Wein- und Gassenfests einen herber finanziellen Verlust. Dennoch wurden keine Klagen laut, der Ringsheimer Blick ist nach vorne gerichtet. Dies auch deshalb, weil rund 10 000 Euro durch verschiedene Spendenaktionen in die Vereinskassen fließen: durch den Verkauf des Solidaritätströpfle Ringsheimer Wein (5000 Euro) und des Gassenfestessens durch die örtliche Metzgerei Tischler (1000 Euro) sowie Spenden der Sparkasse und der Volksbank (insgesamt 4000 Euro). Die Verteilung an die Vereine erfolgt nach einem gemeinsam festgelegten Schlüssel.

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