Ringsheim Neue Bahn-Pläne sorgen für Unmut

Rund um den Ringsheimer Bahnhof wird sich in den nächsten Jahren einiges verändern. Archivfoto: Mutz Foto: Lahrer Zeitung

Geht es nach dem Willen von Bahn und Politik, sollen auf lange Sicht acht Bahngleise – vier an der Bestandsstrecke und noch einmal vier entlang der Autobahn – gebaut werden. Auch dem Ringsheimer Bahnhof stehen Änderungen bevor.

Ringsheim. Lydia Schütte von der Ringsheimer BI Bahn und Bürgermeister Pascal Weber, beide Mitglieder im regionalen Projektbegleitgremium Autobahnparallele, informierten bei der Hauptversammlung der BI über den aktuellen Kenntnisstand zu den Planungen.

Klar ist, dass zwei zusätzliche Güterzuggleise an die Autobahn kommen. Von der Bahn eingeplant sind dort zwei weitere je zwei Kilometer lange temporäre Gleisstränge zwischen der Grafenhausener und Ringsheimer Brücke während des Ausbaus, die später wieder zurückgebaut werden sollten. Dieser Rückbau soll nun offensichtlich doch nicht erfolgen. Das geht aus den Plänen der Bahn hervor, die bei einer Sitzung des Begleitgremiums am 9. April vorgestellt wurden (das Protokoll liegt unserer Redaktion vor). BI und Bürgermeister lehnen dies strikt ab, da angesichts weiterer Verkehrsmaßnahmen auf der Gemarkung ohnehin eine sehr starke Belastung herrsche. Weber: "Das hat uns betroffen gemacht." Immerhin: Für den Lärmschutz entlang der A 5 habe der Bund einen übergesetzlichen Lärmschutz anerkannt.

Im Abschnitt zwischen Orsch­weier und Kenzingen sind bekanntlich zwei zusätzliche Überholgleise für ICEs vorgesehen. Eine Studie habe gezeigt, dass die von den BIs in diesem Zusammenhang geforderte Höchstgeschwindigkeit von Tempo 230 nicht funktioniert, sagte Weber, die Bahn plane weiter mit 250 Stundenkilometern. "Wenn wir versuchen, dieses Paket wieder aufzuschnüren, finden wir kein Gehör", so Weber.

Toilettenanlage soll noch dieses Jahr kommen

Die lange geforderten Toiletten am Ringsheimer Bahnhof sollen noch dieses Jahr kommen, "der Bauantrag liegt bereits im Rathaus". Die Anlage soll auf Kosten der Bahn westlich des Bahnhofs, etwa im Bereich des Dönerimbiss, gebaut werden. Die Unterhaltungskosten teilen sich Gemeinde und Europa-Park, etwa 10 000 Euro jährlich sind im kommunalen Haushalt vorgesehen.

Dass der Bahnhof im Zuge des Gleisbaus nicht bleibt, wo er ist, ist bekannt. Wie der zukünftige Bahnhof nördlich der Brücke "Hauptstraße", etwa in Höhe der Kahlenberghalle, aussehen könnte, zeigt nun eine erste Planskizze. Demnach sind eine großzügige, barrierefreie Unterführung, ein etwa 50 Meter langer überdachter Bahnsteig sowie – westlich der Bahnlinie – ein Busbahnhof vor allem für Europa-Park-Besucher vorgesehen. Benno Heitzmann plädierte in diesem Zusammenhang für den Erhalt der bestehenden Unterführung. Für infrastrukturelle Maßnahmen wie den Bau eines Busbahnhofs werde auch die Gemeinde finanziell eintreten müssen, die Bahn bezahle nicht alles, erklärte Lydia Schütte.

Mit dem Bau der Neubaustrecke sind viele Zwangspunkte zu berücksichtigen. Das heißt im Klartext, die beiden bestehenden Brücken "Hauptstraße" und "Simona" werden abgerissen und neu errichtet. Auch dabei übernehme die Bahn die Kosten nicht allein. Im Ringsheimer Fall werde die Gemeinde vermutlich Hauptkostenträger sein, weil die Brücken ohnehin sanierungsbedürftig seien, so Schüttes Einschätzung.

Ab dem Jahr 2021 ist für die Bahnplanung nicht mehr wie bisher das Regierungspräsidium, sondern das Eisenbahnbundesamt zuständig. Die BI betonte, dass ein nahtloser Übergang von großer Bedeutung sei, um Verzögerungen und Änderungen zu verhindern.

Die Zeitschiene für den Bahnabschnitt Orschweier-Kenzingen sieht nach aktuellen Planungen wie folgt aus:

2020: Grundlagenermittlung und Vorplanung (technische Planung)

2020 bis 2026: Entwurfs- und Genehmigungsplanung

2027 bis 2028: Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten

2028 bis 2035: Bauvorbereitung und Bauausführung Neubaustrecke sowie Inbetriebnahme

2036 bis 2041: Bauvorbereitung und Bauausführung Ausbaustrecke sowie Inbetriebnahme

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