Ringsheim Landessanierungsprogramm: 3,6 Millionen für "Ortsmitte Nord"

Das ehemalige Gasthaus Ochsen soll anders genutzt werden. Unter anderem könnte dort eine Tourist-Information, ein Heimatmuseum und ein Café unterkommen. Foto: Archivfoto: sl

Ringsheim- Eigentlich wollten die Ringsheimer erst im kommenden Jahr erneut versuchen, ins Landessanierungsprogramm aufgenommen zu werden. Nun lag den Gemeinderäten aber schon am Dienstag ein Antrag vor. Sie gaben einstimmig ihren Segen.

Grund für das frühere Handeln sei eine Empfehlung des Regierungspräsidiums nach einer Ortsbegehung Anfang September gewesen. "Wir haben Rücken-wind bekommen", sagte Planerin Christine Ott von der betreuenden Stadtentwicklungsgesellschaft (Steg). In der liegt in der "Ortsmitte Nord", wie das Planungsgebiet genannt wird, einiges im Argen, wie Ott und Bürgermeister Pascal Weber schilderten. Die positiven Erfahrungen, die die Gemeinde mit der Sanierung der "Ortsmitte" gemacht hat, will man nun wiederholen (wir berichteten).

Als "Insel" wurde das ehemalige Gasthaus Ochsen in der Alten Bundesstraße 22 aufgenommen. Das Gebäude wird derzeit als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt, soll aber langfristig zu einer Kombination aus Tourist-Info, Heimatmuseum, Café und Bücherei werden. Auch die Kirchstraße 13 soll aufgenommen werden. Ein Teil des Gebäudes soll für die dringend benötigte Erweiterung des Kindergartens genutzt werden. Angedacht ist auch die Verlagerung des Baustoffhandels in der Engelstraße, somit wäre wie auch durch die Verlagerung von Bauhof und Feuerwehr weiteres Potenzial zur Flächenentwicklung in der Ortsmitte verfügbar. In der Engelstraße könnte ein kleiner öffentlicher Quartiersplatz entstehen.

Für die Gemeinde wäre das Programm auch insofern interessant, als dass weitere noch bestehende Missstände behoben werden könnten, so im Bereich der Aussegnungshalle, des jetzigen Standorts der Feuerwehr und in Teilen der Herrenstraße. Allgemein besteht die Chance auf Sanierung von Straßen und Fußwegen. Des Weiteren wurde mehrmals das Wort Nachverdichtung und Sanierung bestehender Gebäude (interessant für Private) genannt.

Die Steg erarbeitet derzeit noch ein Gemeindeentwicklungskonzept. Vorgesehen ist auch eine Bürgerbeteiligung und -information. Der Gesamtförderrahmen beträgt laut Vorlage knapp mehr als 3,6 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für verschiedene Vorhaben (privat und Gemeinde) werden auf etwas mehr als 4,7 Millionen Euro veranschlagt. Die Gemeinde hat bereits für 2017 und 2018 Anträge Förderanträge für die der Ortsmitte Nord gestellt, sie wurden aber abgelehnt.

Großen Anklang fand im Gemeinderat auch die Planung zur Umgestaltung des östlichen Schulhofs. Diskutiert wurde aber, ob gleich auch noch der Lehrerparkplatz saniert werden soll. Sowohl das beauftragte Planungsbüro Kappis als auch die Verwaltung sieht das als sinnvoll an, weil der Parkplatz bei Starkregen oft unter Wasser stehe. Zudem würden durch den Umbau weitere Stellplätze entstehen. Trotzdem sprach sich Ratsmitglied Wolfgang Weber dafür aus, die Sanierung in Anbetracht der Kosten zu schieben. Die belaufen sich laut Vorlage insgesamt auf 306 000 Euro, könnten aber um 34 500 Euro gedrückt werden, weil der Bauhof einige Leistungen selbst erbringen würde. Für die Sanierung des Parkplatzes sind rund 28 000 Euro veranschlagt. Andere Räte wollten alles in einem Auswasch erledigt sehen. Etwa Uwe Müller. Seine Ansage: Jetzt machen, sonst sehe der Parkplatz in zehn Jahren noch genau so aus wie aktuell. Und Florian Broßmer wollte den Anblick eines schönen Schulhofs hinter einem sanierungsbedürftigen Parkplatzes vermeiden. Am Ende setzte sich die "große Lösung" durch. Geplant ist, das Vorhaben im Frühjahr in Angriff zu nehmen.

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